Sechs Störche zu Besuch in Bern

Ungewohnter Anblick am Sonntagnachmittag beim Schwellenmätteli in Bern: Am Rande einer Kiesinsel rasteten sechs Weissstörche und schickten sich an, dort die Nacht zu verbringen.

Sechs Weissstörche haben sich beim Schwellenmätteli vorübergehend niedergelassen. (Thomas Schwaller)

Sechs Weissstörche haben sich beim Schwellenmätteli vorübergehend niedergelassen. (Thomas Schwaller)

Wenn rastende Störche mitten in Bern schon zu den normalen Zugzeiten selten sind, so ist ihr Auftreten Mitte Januar erst recht ausserordentlich, umso mehr, als fünf der sechs Störche unberingt waren und es sich folglich um Wildvögel handelte. Diese würde man Mitte Januar noch in Afrika oder allenfalls auf dem Rückweg via Gibraltar und Spanien in Richtung Mitteleuropa vermuten. Seit einigen Jahren ziehen allerdings Weissstörche in steigender Zahl nicht mehr bis nach Afrika, sondern verbringen den Winter im Südwesten der Iberischen Halbinsel. Deshalb erscheinen die ersten Durchzügler in der Schweiz immer früher im Jahr, nämlich regelmässig bereits Anfang Februar. Nicht auszuschliessen, dass der Trupp vom Schwellenmätteli bereits auf dem Heimweg ins Brutgebiet vermutlich in Westdeutschland oder Frankreich ist.

Die Weissstörche, die im östlichen Mitteleuropa und in Osteuropa bis nach Russland brüten, ziehen auf einer ganz anderen Route in den Süden: via Bosporus und den Nahen Osten fliegen sie zum Überwintern bis nach Ost- und teilweise Südafrika, um im Frühjahr auf derselben Route in die Brutgebiete zurückzukehren. (Der Bund)

Erstellt: 19.01.2010, 08:31 Uhr

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