Sans-Papiers bauen Protestcamp ab

Die Sans-Papiers und Schweizer Sympathisanten, die seit knapp einer Woche einen Teil der Kleinen Schanze in Bern besetzt hielten, haben am Freitagmorgen begonnen, ihr Protestcamp zu räumen. Die Aktivisten ziehen eine positive Bilanz der Aktion.

1/5 Die Berner Stadtregierung erlaubte das Zelten bis am Freitag. Die Aktivisten hielten die Frist ein und bauten ihre Zelte ab.
Foto: Jonathan Spirig

   

Das Protestcamp in unmittelbarer Nähe des Bundeshauses sei die erste Etappe einer schweizweiten Mobilisierung, sagte Sarah Schilliger, Sprecherin und Aktivistin der Bleiberecht-Bewegung, der Nachrichtenagentur SDA. Für den Sommer seien weitere Aktionen geplant.

Nun wolle man auf die Reaktion der Bundesrätin Eveline Widmer- Schlumpf warten, sagte Schilliger weiter. Die Aktivisten hatten der Justizministerin einen Brief übermittelt, in dem sie bessere Lebensbedingungen für Sans-Papiers in der Schweiz forderten.

Seit vergangenem Samstag hätten zwischen 200 und 300 Asylsuchende und Aktivisten auf der Kleinen Schanze campiert, bilanzierte Schilliger. Als grossen Erfolg wertete sie etwa die schweizweite Koordination der Bleiberecht-Bewegung.

Die Aktivisten hatten die Erlaubnis des städtischen Sicherheitsdirektors Reto Nause erhalten, bis Freitag 10 Uhr auf der Kleinen Schanze zu bleiben. Die Besetzung hatte nach einer Kundgebung in Bern gegen Rassismus am vergangenen Samstag begonnen.

Drei Flüchtlinge wollten Hungerstreik fortsetzen

Am Freitagmorgen befanden sich auf der Kleinen Schanze auch drei abgewiesene Flüchtlinge im Hungerstreik. Eine Aktivistin erklärte, es handle sich um eine separate Aktion, die schon vor dem Protestcamp begonnen habe. Die drei Flüchtlinge wollten ihren Hungerstreik fortsetzen und vorerst auf der Kleinen Schanze bleiben. (sgl/sda)

Erstellt: 02.07.2010, 13:49 Uhr

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9 KOMMENTARE

Peter Müller

05.07.2010, 11:45 Uhr

Ja ja immer auf die kleinen, schwachen. Warum werden hier nicht mit der selben Intensität diese Firmen/Personen verurteilt die solche Leute anstellen?


Lea Kretschmer

03.07.2010, 15:38 Uhr

@ Paul Jegerlehner: diese Menschen, die bei uns lediglich den Rasen flachdrücken, sind bei uns, weil wir aktiv mithelfen, deren Länder auszuplündern und weil sie unter diesen erbärmlichen Umständen in ihren Ländern nicht mehr leben wollen. Sie würden es genauso machen. Reiche Ausländer wohnen am Genfersee und in Kantonen Obwalden und Schwyz, arme hingegen campieren in Bern.


Willi Ammann

03.07.2010, 13:38 Uhr

Was für die Initianten der illegalen Aktion ein Erfolg war ist leider für die Berner Behörden eine bittere Niederlage. Herr Stadtrat Widmer, ist Ihnen auch klar dass die Mehrheit des CH-Volkes solche Aktionen verurteilt, aber die Volksmeinung ist Ihnen offenbar gleichgültig.Gesetzesmissbrauch zu unterstützen ist für einen aktiven Politiker mehr als fragwürdig (und bringt der SVP viele Wähler).


Heinz Frey

02.07.2010, 22:02 Uhr

@Soraya Moana Ich kann nur ab Ihrem Beitrag den Kopf schütteln. Der Abgeschleppte hat an einer illegalen Besetzung mitgemacht. Er hätte schon vor 1 Woche gehen sollen. Man hat den Aktivisten fast eine Woche bleiberecht gewährt, wenn sie dann gehen. Der Mann ist aber immer noch geblieben. Dann hat man ihm nett zugeredet. Er blieb. Sogar die Regierung hat mit ihm geredet. Er blieb. Mal ist genug!


Hene Flückiger

02.07.2010, 21:44 Uhr

@Soraya Moana: Erschreckend!!! Geht es noch. Besser es nehmen 6 Pers. die Person sanft an, als 1 oder 2 wo härter ran müssen. Erschreckend ist, dass man sie so lange dort duldete. Machen Sie das mal im Ausland und das OHNE Papiere!!! Die Frage muss eher sein, warum Sie keine Papiere haben. Wir sind doch nicht der Pestalozzi dieser Welt.


Erwin Zosso

02.07.2010, 20:34 Uhr

Eine Ohrfeige für alle, die hier arbeiten, sich korrekt an und abmelden und auch Steuern bezahlen. Diese Leute gehören ausgeschafft zu werden und zwar sofort. In keinem anderen Land auf der Welt werden solche Leute geduldet. Zum Beispiel Australien od. Neuseeland: Nach 3 Monaten müssen sie dort das Land verlassen. Unsere heuchlerische Politik ist ein Skandal. Schafft endlich Ordung in unserem Land


Soraya Moana

02.07.2010, 19:33 Uhr

Also das erste Foto ist ja sowas von erschreckend! Wie da mindestens 5 (ich sehe mindestens 6 involvierte Beamte) Beamte sich auf einen einzigen wehrlosen Mann stürzen. Und dann beklagt sich die Polizei, dass deren Image so schlecht ist. Da kann ich persönlich einfach nur noch den Kopf schütteln.


Manuel C. Widmer Stadtrat GFL

02.07.2010, 18:20 Uhr

Die Stadt Bern hat Fingerspitzengefühl bewiesen und so auch aufzeigen können, dass damit viel mehr erreicht wird als mit den ewig gleichen Drohgebärden und Plattitüden, wie sie SVP und FDP gestern im Stadtrat aufgefahren haben. Die Besetzer/innen haben die Sache wichtiger gewichtet als das beharren, was beiden dient - und vor allem den Sans Papiers & deren Anliegen. Danke allen Beteiligten!


Paul Jegerlehner

02.07.2010, 18:15 Uhr

Oh je der Sich. Direktor bedauert bereits den Polizeieinsatz vom Nachmittag.Schon wieder bedauern.Warum hat man den Protestierenden eine Woche Zeit gelassen,einen öffentlichen Erholungspark zu besetzen,den Rasen derart zu strapazieren,dass er mit Sicherheit auf Kosten Steuerzahler aufgefrischt werden muss.Warum können diese abgewiesenen Sans-Papiers unbehelligt in unseren Land herumspazieren?



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