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Bern

Risse in der heilen YB-Welt

YB schlägt den ultradefensiven FC Sion mit 1:0. Einiges zu reden gaben die Umstellungen, die Trainer Petkovic vorgenommen hatte.

Mit diesem satten Schuss zum 1:0 in der 79. Minute sicherte der eingewechselte Mauro Lustrinelli dem Leader gegen Sion drei sehr wichtige Punkte. Foto: Manu Friederich (EQ Images)

Mit diesem satten Schuss zum 1:0 in der 79. Minute sicherte der eingewechselte Mauro Lustrinelli dem Leader gegen Sion drei sehr wichtige Punkte. Foto: Manu Friederich (EQ Images)

Stichworte

Super League

Datum Spiel Resultat
16.05.10 Bellinzona - Aarau 1:2(0:2)
16.05.10 GC - Luzern 0:1(0:1)
16.05.10 Xamax - FCZ 3:3(0:2)
16.05.10 Sion - St. Gallen 5:1(3:0)
16.05.10 YB - Basel 0:2(0:1)
R Mannschaft Sp S U N Tvh P
1. Basel 36 25 5 6 90:46 80
2. YB 36 25 2 9 78:47 77
3. GC 36 21 2 13 65:43 65
4. Luzern 36 17 7 12 66:55 58
5. Sion 36 14 9 13 63:57 51
6. St. Gallen 36 13 7 16 53:56 46
7. FCZ 36 12 9 15 55:58 45
8. Xamax 36 11 8 17 55:57 41
9. Bellinzona 36 7 4 25 42:92 25
10. Aarau 36 6 5 25 32:88 23

Doumbia auf der Ersatzbank, Yapi auf der Ersatzbank, Lustrinelli auf der Ersatzbank. Glücklich kann sich ein Trainer schätzen, der sich leisten kann, auf drei Akteure dieser Klasse zu verzichten. Anstelle der drei genannten Tenöre nominierte Vladimir Petkovic Hochstrasser, Bienvenu und Christian Schneuwly für die Startelf. Zudem kehrten der wiedergenesene Sutter und der vor Wochenfrist gesperrte Mardassi in die Mannschaft zurück. Die zahlreichen Umstellungen hatten nicht die Wirkung, die sich Petkovic erhofft hatte. YB kam gegen die sehr defensiv eingestellten Gäste aus dem Wallis lange Zeit gar nicht in die Gänge. Dem Spiel der Berner fehlte das Überraschungsmoment, zum Teil auch die Inspiration und der Mut. Über 70 Minuten lang sah es danach aus, als brächte der Tabellenleader erstmals in dieser Saison kein Tor zustande im eigenen Stadion. Dann begann die YB-Viertelstunde - und mit ihr so etwas wie ein Lebenszeichen der Gastgeber. Die Initialzündung kam von Scott Sutter, der sich auf der rechtenSeite energisch durchsetzte, in der Mitte Lustrinelli bediente, der bei seinem Abschlussversuch knapp scheiterte. Eine Minute später machte der Tessiner alles richtig: Er erspurtete einen langen Ball von Dudar und bezwang den herauseilenden Goalie Vanins mit einem satten Schuss. YB hatte das Tor, das ihm drei weitere Punkte bescherte - und mit Lustrinelli einen glücklichen Goalschützen. Er sei mit der festen Absicht auf den Platz gekommen, «es heute besser zu machen als in Neuenburg, wo mir nicht viel gelungen ist», sagte er nach dem Match.

Wie 2 Boxer in Doppeldeckung Es war ein unansehnliches Spiel, welches die beiden Mannschaften am «Kids-Day» boten. Eine Halbzeit lang belauerten sie sich wie zwei Boxer im Ring, die voreinander den grössten Respekt haben und deshalb nicht bereit sind, ihre Deckung mehr als nur eine Handbreit zu öffnen. Sion war augenscheinlich mit der Absicht in die Hauptstadt gereist, ein Unentschieden zu «ermauern». Kaum hatte YB den Ball, zogen sich die Walliser mit acht bis neun Mann in die eigene Platzhälfte zurück. Waren sie einmal in der Vorwärtsbewegung, geschah das meistens so zögerlich, dass spätestens an der gegnerischen Strafraumgrenze der Ball wieder verloren ging. Angesichts der Inexistenz des Offensivspiels wurde Sion-Trainer Didier Tholot an der Pressekonferenz zu Recht mit der Frage konfrontiert, wieso er Spielmacher Obradovic, den belgischen Stürmer Mpenza und den Franzosen Marin draussen belassen hatte? Seine Antwort war wenig überraschend: Er habe sich für drei Spieler entschieden, die besser in das von ihm gewählte taktische Schema gepasst hätten.

Wie geht es mit Yapi weiter? Auch Petkovic musste zu personellen Entscheidungen Stellung beziehen. Doumbia und Lustrinelli habe er zuerst nicht berücksichtigt, weil diese letzte Woche wegen leichter Blessuren nur einmal mit der Mannschaft trainiert hätten, sagte er. Dem jungen Ivorer machten die Adduktoren zu schaffen, die in Neuenburg bei einem Foul von Varela in Mitleidenschaft gezogen wurden. Lustrinelli klagte über Leistenprobleme.

Auf die Personalie Yapi wollte Petkovic wie schon nach der in extremis gewonnenen Begegnung gegen den FCZ nicht näher eingehen. Was den Spekulationen neue Nahrung gibt, wonach das Verhältnis zwischen dem ivorischen Spielmacher und dem Übungsleiter ziemlich getrübt ist, seit der Wechsel von Yapi zu Basel feststeht. Fakt ist: Das schöne Bild einer harmonischen Mannschaft, die nichts auseinanderreissen kann, hat in den letzten Wochen Risse bekommen. Die Transfers von Doumbia und Yapi gaben einiges zu reden und haben zu Änderungen in der Hierarchie geführt. Yapi, im Herbst der unbestrittene Chef, ist zum Ergänzungsspieler zurückgestuft worden. Gestern gehörte er nicht einmal mehr der Gruppe der Ersatzspieler an, die Petkovic im Verlauf der zweiten Halbzeit zum Warmlaufen schickte. Scott Sutter wollte sich zu Yapis Nichtnominierung nicht äussern. Eine andere Äusserung von Sutter liess hingegen aufhorchen: «Yapi gehört im Training immer noch zu den Besten.» (Der Bund)

Erstellt: 15.03.2010, 07:27 Uhr

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