Bern

Ringen um Geld für Konzert Theater

Von Simona Benovici. Aktualisiert am 04.03.2011

Der Stadtrat beriet am Donnerstag über die künftigen Unterstützungsbeiträge an die grossen Kulturinstitutionen. Der umstrittene Kredit für Orchester und Theater hat die erste Runde gewonnen.

Die Stadtparlamentarier diskutierten die Subventionsverträge mit den Kulturinstitutionen augiebig. (Franziska Scheidegger)

Die Stadtparlamentarier diskutierten die Subventionsverträge mit den Kulturinstitutionen augiebig. (Franziska Scheidegger)

Die Subventionsverträge für die vier grossen Kulturhäuser – das Historische Museum, das Kunstmuseum, das Zentrum Paul Klee und das Konzert Theater Bern – laufen Ende dieses Jahres aus. Bevor der Gemeinderat die neuen Vierjahresverträge mit den Institutionen abschliessen kann, musste gestern der Stadtrat die dazu notwendigen finanziellen Mittel bewilligen. Während drei der Verpflichtungskredite kaum zu reden gaben, schieden sich die Geister an den Subventionsbeiträgen ans Konzert Theater Bern, dem neuen Zusammenschluss von Symphonieorchester und Stadttheater: Es soll ab Juli jährlich mit rund 14,55 Millionen Franken unterstützt werden.

«Kein Neuanfang ohne Sanierung»

Die Fraktionen FDP und SVP plus beantragten dem Parlament, den Leistungsvertrag zurückzuweisen. Die FDP monierte, dass dieser ein «schlechtes Geschäft» sei: Die verlangte Miete sei nicht kostendeckend im Hinblick auf die anfallenden Unterhaltskosten des Stadttheatergebäudes. Seine Partei stehe hinter der Idee der Zusammenführung von Orchester und Theater, sagte Fraktionssprecher Pascal Rub. «Wir wollen das Projekt nicht sabotieren. Aber wir wollen keinen Scherbenhaufen.» Würde der aktuelle Vertrag um ein Jahr verlängert, könnte dem Stimmvolk später eine durchdachte und transparente Vorlage unterbreitet werden. Der Vertrag sei kein Leistungsvertrag, sondern ein Freibrief, sagte auch Jimy Hofer namens der SVP-plus-Fraktion. «Wird der Vertrag einmal abgesegnet, kann die Notbremse nicht mehr gezogen werden, wir haben keine Einflussmöglichkeiten mehr.» Zudem sei kein Neuanfang als Konzert Theater Bern möglich, ohne dass die Sanierung des Stadttheatergebäudes geregelt sei. «Alles andere ist ein Flickwerk.» Ähnlich tönte es aus den Reihen der Grünliberalen: Im Vertrag stehe kein Wort darüber, wie das Stadttheater saniert werden solle, so Fraktionssprecher Peter Ammann. Man könne dem Kredit nur zustimmen, wenn ein Sanierungskonzept vorliege.

RGM-Mehrheit für Kredit

Während sich die GLP hinter die Rückweisungsanträge stellte, sprachen sich SP, GB/JA, GFL/EVP dagegen aus. Die Rückweisungsanträge setzten ein falsches Signal und führten nur zu Verzögerungen, meinte Christine Michel (GB). Die Sparte Oper kränkle zwar, darob aber die ganze Institution infrage zu stellen, sei nicht angebracht, sagte Nicola von Greyerz (SP). Beide Rückweisungsanträge wurden schliesslich abgelehnt. Das Parlament folgte dem Antrag des Gemeinderats mit 46 Ja- zu 17 Nein-Stimmen bei 8 Enthaltungen.

Kredite für Museen unbestritten

Bewilligt wurden für die Jahre 2012–2015 ausserdem die Kredite für das Kunstmuseum (2,40 Millionen pro Jahr), das Historische Museum (1,50 Millionen pro Jahr), das Zentrum Paul Klee (2,20 Millionen Franken pro Jahr) und die Dampfzentrale (1,92 Millionen pro Jahr). Im Mai werden die Stimmberechtigten abschliessend über die städtischen Beiträge befinden. Damit die Leistungsverträge tatsächlich abgeschlossen werden können, bedarf es allerdings auch noch der Zustimmung der Regionsgemeinden und des Regierungsrats, da die Institutionen gemeinsam finanziert werden. (Der Bund)

Erstellt: 04.03.2011, 07:44 Uhr

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