Rechtsrutsch im Grossen Rat trübt Freude der rot-grünen Regierung
Von Reto Wissmann. Aktualisiert am 29.03.2010 3 Kommentare
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In der bernischen Kantonsregierung bleibt zwar fast alles beim Alten. Dennoch gilt die gestrige Wahl als historisch: Noch nie zuvor schaffte eine rot-grüne Regierung in einem grossen Deutschschweizer Kanton eine Wiederwahl. Das Viererticket mit Barbara Egger, Andreas Rickenbacher, Philippe Perrenoud (alle sp) und Bernhard Pulver (grüne) bricht nun mit dieser Regel und wiederholt im bürgerlichen Kanton Bern die Sensation von 2006.
Für ein weiteres historisches Ereignis sorgt Erziehungsdirektor Pulver. Wohl als erster Grüner überhaupt schafft er es in einer kantonalen Regierungswahl auf den Spitzenplatz. Er lässt sogar die langjährige Baudirektorin Barbara Egger hinter sich, die 2006 am meisten Stimmen erhielt. Auf Platz drei liegt Andreas Rickenbacher. Mit dem besten Resultat aller bürgerlichen Kandidaten schafft es Hans-Jürg Käser (fdp) auf Platz vier, gefolgt von Christoph Neuhaus (svp) und der neu gewählten Beatrice Simon (bdp), die den Sitz des zurücktretenden Finanzdirektors Urs Gasche erbt. Philippe Perrenoud (sp) schafft die Wiederwahl, ohne von der speziellen Jura-Regel profitieren zu müssen. Herausforderer Sylvain Astier (fdp) aus Moutier bleibt chancenlos.
Auch SVP-Kandidat Albert Rösti geht deutlich an einem Wahlerfolg vorbei. Damit bleibt die grösste Partei des Kantons in der Regierung klar untervertreten. «Das ist enttäuschend, gibt uns aber mehr Freiheit, im Grossen Rat härter aufzutreten», sagt SVP-Präsident Rudolf Joder in einer ersten Reaktion.
Tatsächlich muss die rot-grüne Regierung die nächsten vier Jahre mit einer klar bürgerlichen Mehrheit im Grossen Rat zusammenarbeiten (siehe unten). Bernhard Pulver macht sich darüber nur wenig Sorgen: «Wir werden auch in Zukunft versuchen, den Grossen Rat mit guten Ideen zu überzeugen.» Ausser in der Finanzpolitik sei dies durchaus möglich. (Der Bund)
Erstellt: 29.03.2010, 12:47 Uhr
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3 Kommentare
Gewählte Rot - Grüne Politiker, vergesst nicht das ihr für alle Arbeiten sollt. Habt nicht nur Eure Parteiziele vor Augen, sondern auch die von Euren Gegenern. Denn jeder Zahlt hier Steuern und hat Anspruch auf eine Gute Regierung und nicht auf Parteienklüngel. Antworten
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