Bern

«Pfeiffersches Drüsenfieber kann YB den Titel kosten»

Der renommierte Zürcher Sportarzt Heinz Bühlmann befürchtet, dass sich bei Leader YB nicht nur Nationalspieler David Degen mit dem heimtückischen Virus des Pfeifferschen Drüsenfiebers angesteckt hat.

Schwere Zeit: David Degen ist am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt.

Christoph Stulz

«Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass sich noch weitere Spieler mit dem Virus infiziert haben», sagt Bühlmann gegenüber DerBund.ch/Newsnet. David Degen bestätigt im «Blick», dass er sich schon in der vergangen Woche schlecht gefühlt habe. «Ich hatte immer wieder kalt und heiss», verrät der Zwillingsbruder von Liverpool-Spieler Philipp.

Trotzdem hat sich der ehrgeizige Basler durchgebissen, weil er nach der empfindlichen 0:4-Niederlage gegen Basel der Mannschaft gegen Luzern unbedingt helfen wollte.

«Nach dem Spiel gegen Luzern war mir dann hundeübel. Ich hatte überhaupt keine Kraft mehr», sagte der erschöpfte Degen. Nach einem Bluttest stellten die Ärzte die niederschmetternde Diagnose: Er leidet am Pfeifferschen Drüsenfieber.

«Degen hätte sich sofort melden müssen»

Degen hatte sich also über Tage gequält, trainierte und spielte mit der Mannschaft, duschte und unterhielt sich mit seinen Teamkollegen. «Genau das ist jetzt das grosse Problem von YB», befürchtet Bühlmann. «Verursacher dieser Infektion ist das Epstein-Barr-Virus», sagt Bühlmann. «Dieses wird durch Husten und Niesen oder über den Speichel übertragen», klärt er auf.

«Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist hochansteckend und schnell übertragbar», warnt Bühlmann. Deshalb macht sich der Vertrauens-Arzt von Martina Hingis grosse Sorgen um die Mannschaft von Vladimir Petkovic. «Sollten sich tatsächlich weitere Spieler angesteckt haben, kann das YB den Meistertitel kosten.»

Bühlmann gibt zu Bedenken, dass Degen in seinem Fall einen falschen Ehrgeiz an den Tag gelegt habe. «Er hätte seine Probleme sofort der medizinischen Abteilung mitteilen müssen», so Bühlmann. Das gehöre zur Eigenverantwortung eines Profis.

«Jetzt riskiert Degen sogar die WM zu verpassen»

«Bei solchen Symptomen, wie sie Degen schon vor dem Spiel gegen Luzern hatte, denkt man im Übrigen viel zu wenig an die Möglichkeit des Pfeifferschen Drüsenfiebers», gibt Bühlmann zu bedenken. Der Mann, der einst auch über Jahre die Stadtrivalen GC und FCZ betreut hatte, macht damit indirekt auch der medizinischen Abteilung von YB einen Vorwurf.

Degen, der sich zuletzt in Länderspielform präsentierte, war mit sechs Toren und drei Assists ein Leader im Team. «Ich hoffe, dass ich in zwei bis vier Wochen wieder spielen kann», sagt der Pechvogel. «Das ist der Wunschgedanke Degens», sagt Bühlmann. Das Pfeiffersche Drüsenfieber habe Tennis-Ass Roger Federer fast ein Jahr gekostet. Vermasselt diese heimtückische Krankheit YB den Titel und riskiert Degen sogar die WM in Südafrika zu verpassen? «Denkbar ist alles», sagt Bühlmann. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.02.2010, 14:10 Uhr

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