Nordwind trübt Aareschwumm
Von Lisa Stalder. Aktualisiert am 07.07.2010
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Auf der Internetseite www.aaremarzili.ch wurde denn der Aareschwumm-Index auch nur als «erträglich» angegeben – knapp unter dem «Grenzwert für normale Aareschwimmer». Doch wie kann es sein, dass die Temperatur der Aare innerhalb eines halben Tages um 4,6 Grad absinkt? Dies obwohl es nach wie vor sommerlich warm ist?
Eines gleich vorweg: Nein, es ist nicht so, dass in Thun die Schleuse geöffnet wurde und dadurch kälteres Wasser nach Bern gelangte – ein Erklärungsversuch, den man entlang der Aare immer wieder hört. Doch: «Das Öffnen der Schleuse hat auf die Aaretemperatur in Bern keinen Einfluss», sagt Ueli Ochsenbein, Vorsteher des kantonalen Gewässer- und Bodenschutzlabors. Entscheidend sei vielmehr, in welche Richtung der Wind über den Thunersee wehe. Denn: Die Aare, die ziemlich genau in nördlicher Richtung aus dem Thunersee ausfliesst, wird mit Oberflächenwasser des Sees gespeist. Bei Windstille oder Winden in Richtung Aarelauf macht sich das warme, von der Sonne aufgeheizte Oberflächenwasser auf den Weg nach Bern. Wenn aber Nordwind herrscht, wird die Oberflächenschicht zurück auf den offenen See getrieben. Die Folge: Die Aare führt kälteres Wasser aus unteren Schichten nach Bern.
Der Blick auf die Wetterkarten verrät, dass ab Montagnachmittag Wind aus Norden blies. Es dauerte nicht lange und die Temperatur der Aare sackte nach unten. Gestern erreichte die Aare im Laufe des Tages immerhin noch 17,4 Grad – laut Aareschwumm-Index ein «guter» Wert. (Der Bund)
Erstellt: 07.07.2010, 07:42 Uhr
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