Neue Rolle für den «Bund»
Von Artur K. Vogel, Chefredaktor. Aktualisiert am 15.10.2009 12 Kommentare
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Mitte Mai hat der Verwaltungsrat der Tamedia, welche den «Bund» vor zwei Jahren kaufte, nach langer Projektarbeit und der Evaluation verschiedener Modelle das Weiterleben unserer traditionsreichen Zeitung beschlossen.
Als erste Voraussetzung für seine Weiterexistenz hat der «Bund» gravierende Strukturveränderungen vornehmen müssen – ein schwieriger und schmerzhafter Einschnitt: Fast zwanzig Kolleginnen und Kollegen mussten die Zeitung verlassen. Denn überleben konnte der «Bund» nur dank signifikanten Einsparungen.
Die Zeitung mit weniger Journalisten zu machen und ihr Niveau trotzdem zu halten, wird nur durch enge Kooperation mit dem «Tages-Anzeiger» möglich. Ein differenziertes Modell der Zusammenarbeit haben wir in den vergangenen Monaten erfolgreich getestet und inzwischen weitgehend implementiert.
Neue Ressorts
Zwar wird der «Bund» viele Inhalte vom «Tages-Anzeiger» übernehmen: die Auslandberichterstattung, überregionale und internationale Kultur, grosse Wirtschaftsthemen, das Sportgeschehen, soweit es sich nicht in Bern abspielt, Spezialseiten wie «Wissen» und «Gesellschaft».
Doch der «Bund» spielt weiterhin eine eigene Rolle: Die Bundeshausredaktion ist unter dem «Bund»-Dach angesiedelt. Ihr Leiter Patrick Feuz ist gleichzeitig stellvertretender «Bund»-Chefredaktor. Die «Bund»-Wirtschafts- und Kulturredaktionen bestehen weiter und werden weiterhin das kulturelle und das wirtschaftliche Geschehen in Stadt und Kanton Bern abdecken.
Die bisherigen «Bund»-Ressorts Inland und Ausland sind zu einer Zentralredaktion unter Leitung von Jürg Sohm zusammengefasst. Sie ist mit Inland-, Ausland- und Wirtschaftskompetenzen ausgestattet und seit Anfang September operationell. Die Zentralredaktion wird den ersten, politischen Faszikel sowie den Wirtschaftsteil produzieren, die Schnittstellen mit dem «Tagi» besetzen und zudem, zusammen mit der Chefredaktion, wichtige Themen kommentieren. Der «Bund» wird sich also weiterhin eine eigene Meinung leisten.
Redaktion für Stadt und Kanton
Die Ressorts Stadt und Kanton Bern werden unter der Leitung von Bernhard Ott mit seinen zwei Stellvertretern Reto Wissmann und Simon Wälti organisatorisch zusammengelegt; der Fokus wird – entsprechend unserer Leserschaft – noch etwas mehr auf die Stadt und die Region Bern ausgerichtet.
Bis heute hat der «Bund» die Sportseiten bei der Konkurrentin «Berner Zeitung BZ» bezogen. Ab heute hat er wieder eine eigene, kleine Sportredaktion unter Leitung von Ruedi Kunz, welche sich mit dem bernischen Sportgeschehen befasst. Die überregionale Sportberichterstattung stammt künftig vom «Tagi».
Und täglich «Der kleine Bund»
Der vierte Faszikel unter der Ko-Leitung von Brigitta Niederhauser und Alex Sury schliesslich versteht sich als tägliche Beilage für Kultur, für gesellschaftspolitische Themen, Wissenschaft und die schönen Dinge des Lebens. Er wird die meisten Elemente der bisherigen Samstagsbeilage «Der kleine Bund» enthalten und auch dessen Namen übernehmen. Und am Donnerstag wird er jeweils noch ausführlicher als bisher auf Berns kulturelle Angebote hinweisen, ebenfalls unter einem altbekannten Namen: «Berner Woche».
Ab heute tritt der «Bund» schliesslich auch in einem neuen Layout auf, das jenem des «Tages-Anzeigers» angeglichen ist. Doch die Eigenständigkeit des «Bund» und sein Anspruch, als seriöse Tageszeitung wahrgenommen zu werden, sollen mit dem neuen Layout noch unterstrichen werden. (akv) (Der Bund)
Erstellt: 15.10.2009, 12:29 Uhr
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12 Kommentare
Die Neuaufmachung ist übersichtlich und gefällt mir ausserordentlich. Er ist auch für ältere Menschen, nach Aussagen meiner Kollegen, leichter lesbar. Gratuliere! Der Fehler im Sportteil der akt. Ausgabe (Teil aus dem Bund von gestern) hat mich amüsiert. Da die Fehlerquote (bin seit Jahren Abonnent) bei Ihrer Zeitung sehr gering ist, kann es nur ein unterhaltsamer Zwischenfall sein. Gruss Ihr WA Antworten
So erfreut ich über das Weiterbestehen des «Bund» bin, so enttäuscht bin ich leider über das völlig misslungene Layout und trauere der Eleganz, Luftigkeit, Übersichtlichkeit und leichten Lesbarkeit des alten Layouts nach. Tiefpunkt: die lieblos gestaltete Kinoseite. Nun, wir werden uns rasch daran gewöhnen und uns wieder auf den Inhalt konzentrieren, und der hat eindeutig zugelegt. Trotzdem schade Antworten
ich kann mich mit der neugestaltung "der Bund" überhaupt nicht anfreunden. mir gefällt er nicht. die einzelnen artikel sind undeutlich von den anderen abgegrenzt. Es ist auch keine konzept mehr dahinter, einfach querfeld ein wies grand kommt. sorry aber so macht zeitunglesen nicht mehr spass! Antworten
Das neue Layout gefällt mir nicht, ist viel zu sehr der BZ ähnlich geworden, was vor 2 Jahren mit ein Grund, warum ich von der BZ zum Bund gewechselt habe. Alle grafischen Feinheiten sind verlorengegangen, die Schrifttypen der Überschriften, des Leads und des Fliesstextes der Artikel sind im Vergleich mit vorher plump, protzig und unelegant. Die Teaser zuoberst auf der Frontpage stören. Schade. Antworten
- Die Lesbarkeit ist schlechter geworden, aber daran gewöhnt man sich schnell - Die Titel sind zu fett, das sieht plump und schreierisch aus, passt nicht zu einer seriösen Tageszeitung - Was aber wirklich unmöglich ist: die Frontseite ist total unharmonisch und von der oberen Titelgestaltung her auch falsch: "Der Bund" steht unter den 3 Inhaltsangaben. Das tut optisch so was von weh. Bitte ändern! Antworten
Respekt! Als bernisch-zürcherische Mischehe gibt es in unserem Haushalt sowohl Bund wie Tagi, wir wussten also in etwa, was uns redaktionell erwartet. Dass nun aber der politische Teil und hier insbesondere die Ausland-Berichterstattung im Bund eine solche Präsenz hat überrascht und freut uns ausserordentlich! Zu hoffen bleibt einfach, dass dies auch in Zukunft so bleibt! Antworten
Im Beibrief .zur Erneuerung des Abos (gültig ab 1.11. !) schreiben Sie mir u.a. "...sowie am Samstag den Stellenmarkt und die Wochenendbeilage 'Der kleine Bund'". Abgesehen davon, dass hier eine Leistung angeboten wird, die gar nicht (mehr) existiert: Ich hoffe mir genügend Sorgfalt im Umgang mit "meiner" Zeitung, der ich - mit einigem Bangen - weiterhin möglichst alles Gute wünsche. Gusti Pollak Antworten
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Andreas Stalder
Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, aber ein Vergleich mit der ebenfalls neugestalteten NZZ beendet die Diskussion rasch, schade, hat sie keinen berner Teil. Der neue "Bund" ist gestalterisch ein Rückschritt. chaotisch, unübersichtlich, schlicht es "Gmurks". Nun hat "der Bund" nur noch eine, inhaltliche, Chance .... Antworten