Neue Investoren für angeschlagene Bergbahnen Meiringen-Hasliberg

Für die in finanzielle Schieflage geratenen Bergbahnen Meiringen- Hasliberg gibt es Hoffnung. Zwei Unternehmer aus der Region wollen die Bahnen übernehmen und sanieren.

Damit die Gondeli weiterhin auf die Mägisalp fahren: Die Bergbahn in Meiringen-Hasliberg erhält Unterstützung von regionalen Unternehmern.

Damit die Gondeli weiterhin auf die Mägisalp fahren: Die Bergbahn in Meiringen-Hasliberg erhält Unterstützung von regionalen Unternehmern. Bild: Valérie Chételat (Archiv)

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Zunächst schiessen die beiden Investoren sechs Millionen Franken an neuem Aktienkapital ein.

Diese Summe reicht allerdings bei weitem nicht aus, wie Christian Ghelma, Bauunternehmer aus Meiringen und einer der beiden Investoren, am Dienstag vor den Medien sagte. «Da wird sehr viel Geld investiert werden müssen.»

Das sieht auch der zweite Investor, der Interlakner Garagist Hanspeter Wenger, so. «Wir haben deshalb eine Investitionsplanung bis ins Jahr 2020», fügte er an. Die beiden Unternehmer sehen in ihrer Vereinbarung mit dem Verwaltungsrat der Bergbahnen nur die erste genommene Hürde.

Denn damit das Vorhaben funktioniert, müssen die Gläubiger und Aktionäre mitziehen. Eine Bedingung der neuen Investoren ist, dass im Rahmen des gerichtlichen Nachlassvertrags das Fremdkapital massiv reduziert wird. Die Aktionäre müssen ihrerseits die Herabsetzung des Aktienkapitals um 90 Prozent beschliessen.

Die meisten der involvierten Banken hätten als grösste Finanzgläubiger ihre Zustimmung zu dieser Lösung signalisiert, teilten die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg mit. In den nächsten Wochen sollten die Gläubiger dem Nachlassvertrag und die Aktionäre dem Kapitalschnitt zustimmen.

«Für die Aktionäre ist dies besser als ein Konkurs», sagte Ghelma dazu. Denn so bleiben die Aktionäre involviert. Bei einem Konkurs und einem Stillstand der Bahnen wäre der Schaden viel grösser, fügte Ghelma an.

Beschneiungsanlage als Lebensversicherung

Die beiden Investoren werden zwischen 75 und 80 Prozent des Aktienkapitals der in finanzielle Schieflage geratenen Bahnen halten. Sie wollen Meringen-Hasliberg zu einem familienfreundlichen Top-Skigebiet machen.

Priorität haben laut Wenger unter anderem der Ersatz eines Lifts sowie der Bau einer Beschneiungsanlage. Eine solche sei für eine Bergbahn die Lebensversicherung.

Weitere Aspekte wie das Marketing, der neue Geschäftsführer oder Kooperationen mit anderen Skigebieten seien noch nicht spruchreif. «Wir sind überzeugt, das wird eine gute Sache», sagte Wenger. Er bezeichnete die Bergbahnen als Motor des Haslitals.

«Es ist wichtig, dass wieder eine positive Stimmung im Tal herrscht», fügte Ghelma an. Dazu wollten er und Wenger ihre unternehmerischen Fähigkeiten einsetzen und das damit verbundene Risiko eingehen.

In der Übergangsphase bis zur Generalversammlung im Winter 2012 kann das Investoren-Duo im Rahmen eines Lenkungsausschusses wichtige Entscheidungen beeinflussen. An der Generalversammlung soll dann der Verwaltungsrat neu besetzt werden. Als neuer Präsident ist Ghelma vorgesehen. Wenger soll den Posten des Vizepräsidenten übernehmen.

Hohe Schulden

Die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg befinden sich seit dem Frühling in Nachlassstundung. Das Problem der Bahnen liegt in der übergrossen Schuldenlast. Diese wurde in der Vergangenheit für den Bau und die Erneuerung der Anlagen aufgenommen.

Das Unternehmen kann aber die Schulden nicht in genügend kurzer Zeit zurückzahlen und so auch keine künftigen Investitionen finanzieren. Darum musste eine neue Trägerschaft mit neuem Kapital gefunden werden. Notiz an die Redaktion: Meldung durchgehend neu geschrieben. (dam/sda)

Erstellt: 15.11.2011, 10:12 Uhr

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