Netze für fünf Brücken gegen Suizide
Das Berner Stadtparlament hat am Donnerstag den entsprechenden Vorstoss mit 61 zu 4 Stimmen überwiesen.
Der Gemeinderat wollte das Begehren nur in der unverbindlichen Postulatform entgegen nehmen, um auch Alternativen zu den Netzen, zum Beispiel höhere Geländer, prüfen zu können. Zudem sei der Denkmalschutz tangiert. Auch der Zeitpunkt der Realisierung könne noch nicht definitiv festgelegt werden.
Die Kirchenfeld- und die Kornhausbrücke figurieren auf der schweizerischen Rangliste der häufigsten Suizide auf den Rängen zwei und drei und sollen laut Motion bis Mitte 2011 ein Netz erhalten.
Der dritte entsprechende «Hotspot» in der Stadt Bern ist die Lorrainebrücke, für sie lautet die Umsetzungsfrist Ende 2011. Mit Netzen versehen werden sollen auch die Monbijou- und die Nydeggbrücke.
Es sei unverantwortlich, nicht zu handeln, erklärte Daniela Lutz- Beck (GFL). Die Sachlage sei erdrückend. Es gehe vor allem darum, spontane Suizidhandlungen zu verhindern. Vollständig könnten Suizide allerdings mit Netzen nicht verhindert werden, war man sich im Rat auch bewusst.
Die Freisinnigen erachteten die Einwände der Denkmalpflege zwar als berechtigt. Es gebe heute jedoch optisch unauffällige Netze. In der Güterabwägung zwischen Menschenleben und Denkmalschutz habe Dogmatik keinen Platz. (sis/sda)
Erstellt: 16.10.2009, 13:11 Uhr
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