Bern

Nachbeben im Fall Niedermaier

Fritz Bösch, der sich gegen die Entlassung von Stefan Niedermaier ausgesprochen hatte, zieht sich aus dem Verwaltungsrat der YB-Besitzer-Holding zurück.

YB-Minderheitsaktionär Fritz Bösch gab gestern seinen Rücktritt bekannt. (Adrian Moser)

YB-Minderheitsaktionär Fritz Bösch gab gestern seinen Rücktritt bekannt. (Adrian Moser)

Was nach der abrupten Trennung von Stefan Niedermaier erwartet wurde, ist nun eingetroffen. Fritz Bösch, der mit der Freistellung des populären Stadionchefs nicht einverstanden war, tritt auf Ende Jahr aus dem Verwaltungsrat der Sport & Event Holding AG (SEH) sowie deren Tochtergesellschaft Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion (SdS) aus. «Niedermaiers Rauswurf ist kontraproduktiv. Er wirft YB unternehmerisch zurück», sagte er gestern auf Anfrage.

Der Feintool-Gründer hatte sich im Verwaltungsrat der Holding-Gesellschaft wiederholt dafür ausgesprochen, den immer mächtiger gewordenen Niedermaier an Bord zu behalten. Anders beurteilte sein Verwaltungsratskollege Benno Oertig die Lage, der sich schon länger mit dem Betriebsleiter zerstritten hatte. Nachdem YB im Mai zum zweiten Mal in einer Finalissima gegen den FC Basel den Kürzeren gezogen hatte, platzte dem VR-Präsidenten der Kragen. Während der Sommerferien, als Bösch im Ausland weilte, konnte Oertig die YB-Hauptaktionäre Andy und Hans-Ueli Rhis davon überzeugen, dass es an der Zeit sei, Niedermaier durch den Bundesliga-erprobten Ilja Kaenzig zu ersetzen. Kaenzig ist es auch, der anstelle von Bösch in den Verwaltungsrat von SEH und SdS nachrückt.

Bösch als Türöffner

Der grosse Velofan Bösch war im Sommer 2005 YB-Aktionär geworden. In den Verwaltungsrat gelotst hatte ihn sein langjähriger Freund Andy Rihs, welcher zusammen mit seinem Bruder Hans-Ueli 90 Prozent der Stadion- und YB-Anteile hält. Bösch seinerseits erwarb nur 1,8 Prozent der Aktien. Weil er der einzige in der Region sesshafte YB-Mitbesitzer war, nahm er innerhalb der Investorengruppe eine nicht zu unterschätzende Rolle wahr. Er stellte Verbindungen her zur Berner Wirtschaft, die den Zürcher Geldgebern gegenüber anfangs sehr skeptisch eingestellt war. Als Präsident der BSC Young Boys Betriebs AG (Dezember 2005 bis Mai 2007) habe er «den Grundstein für den sportlichen Aufstieg von YB gelegt», schreibt der Verwaltungsrat der Sport & Event Holding AG in einer Pressemitteilung.

Bis ans Lebensende Gelb-Schwarz

Fritz Bösch bricht nicht alle Brücken zu YB ab. «Ich werde weiterhin im Stade de Suisse Spiele des BSC Young Boys verfolgen und trete auch nicht aus dem YB-Beirat aus», sagt der 76-jährige. Und auch der President’s Club, den er mitbegründet hat, kann weiterhin auf sein Mitwirken zählen. Er bleibe bis an sein Lebensende Mitglied der Gönnervereinigung, so Bösch. Die Mitglieder des President’s Club zahlen jährlich 25 000 Franken. Das Geld kommt der Nachwuchsausbildung zugute. (Der Bund)

Erstellt: 02.09.2010, 07:24 Uhr

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1 Kommentar

Walter Krebs

02.09.2010, 20:39 Uhr
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Gratuliere Herrn Bösch zu seinem Entscheid. Wahrlich, ein Mann mit Charakter. Stimmt es oder ist en nur ein Gerücht, dass der Name Marcel Koller für den YB-Trainerkasten schon bestellt ist? Verwundern würde mich überhaupt nichts mehr. Walter Krebs, Bern Antworten



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