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Mystery-Park versucht sein Glück erneut

Am morgigen Karfreitag will der Mystery-Park in Matten seine doch eher erfolglose Vergangenheit abschütteln und jungfräulich neu anfangen – unter dem Namen Jungfraupark öffnet er die Pforten wieder.

Der Mystery-Park im Oktober 2008. (Valérie Chételat)

Der Mystery-Park im Oktober 2008. (Valérie Chételat)

2006 ging die vom Bestsellerautor Erich von Däniken inspirierte, 86 Millionen teure Anlage mit Rätseln der Menschheitsgeschichte beinahe pleite.

Der erste Rettungsversuch scheiterte, als ein Zürcher Investor absprang. Und schliesslich vermochten die Swiss-Economic-Forum-Macher Peter Stähli und Stefan Linder keinen Geldgeber für ihr Projekt Two-Lake-City aufzutreiben. Dennoch war der Park auch letztes Jahr wieder offen – 90’000 Besucher und schwarze Zahlen waren das Ergebnis.

Die Pavillons auf dem grossen Gelände neben dem Interlakner Flugplatz sind inzwischen etwas in die Jahre gekommen, aber die New Inspiration AG rund um Hauptaktionär Oskar Schärz hofft, heuer zwischen dem 2. April und dem 31. Oktober sogar 150’000 Besucher anzuziehen. Betreut werden sie von 45 Mitarbeitenden. In den letzten Monaten sind deshalb mehrere 100’000 Franken in den Park geflossen. Das beeinflusst die Eintrittspreise: Die Tageskarte kostet jetzt 41 Franken und damit 3 Franken mehr als 2009.

Weltuntergang in Interlaken?

«Der Name Mystery-Park war negativ behaftet, deshalb ändern wir ihn nun. Der neue deutsche Name wird internationale Touristen nicht vergraulen, im Gegenteil. Die Jungfrau ist eine weltbekannte Marke», sagt Geschäftsführer Bernhard Zysset. Die Jungfrau soll im Park indes nicht nur im Namen stecken. Einer der sieben Pavillons wird den Berner Bergen gewidmet. Inmitten eines 360-Grad-Panoramas können die Besucher virtuell von Gipfel zu Gipfel fliegen: Matterhorn, Finsteraarhorn, Schilthorn und Jungfrau.

Oder sie können sich eine dreidimensionale Projektion des Unesco-Weltnaturerbes mit Aletschgletscher und Jungfrau ansehen und anpeilen, was sie interessiert, zum Beispiel SAC-Hütten. «Natürlich sind die echten Berge gleich nebenan», sagt Zysset. «Aber wer kann schon die wichtigsten Gipfel in 15 Minuten besuchen? Zudem sehen Touristen, die nur kurz in der Gegend sind, oft nicht viel vom Panorama, etwa wenn der Nebel tief hängt.»

Von Dänikens Vorträge bleiben

Trotz dieser Besinnung auf Bodenständiges bleiben dem Jungfraupark die Rätsel erhalten. Von Dänikens wöchentliche Vorträge etwa gehören weiterhin zum Programm. Und im Maya-Pavillon geht es um den berüchtigten Kalender des Urvolks, der am 21. Dezember 2012 unvermittelt endet. Ist es ungewollte Ironie, wenn sich der krisengeschüttelte Park mit der Apokalypse befasst? «Wir verbreiten im Maya-Pavillon keine Weltuntergangsstimmung, sondern befassen uns wissenschaftlich mit dem Kalender», entgegnet Zysset.

Noch keine Investoren für Hotel

Geht die Welt dennoch unter, könnte der Jungfraupark lange gehegte Pläne nicht verwirklichen: Ab 2012 sollen auf dem Gelände nämlich ein Drei-Sterne-Hotel und eine Halle für Anlässe entstehen. Noch sind allerdings keine Investoren gefunden worden. «Interessenten gibt es aber. Wir sind zuversichtlich», sagt Zysset.

Das Hotel sei keine Konkurrenz zu den heutigen Interlakner Betrieben, sondern eine Ergänzung, die vor allem grosse Veranstalter ansprechen solle, erklärt Zysset.

Für das Vorhaben braucht es eine Zonenplanänderung, über die der Gemeinderat befinden wird. Im Moment liegen die Pläne beim kantonalen Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR). Es gebe noch Unklarheiten in Bezug auf den genauen Standort der Halle, heisst es beim AGR. Das Verfahren könnte aber schon Mitte dieses Jahres abgeschlossen sein. (Der Bund)

Erstellt: 01.04.2010, 11:31 Uhr

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