Muss Ropetech den Seilpark bald schliessen?
Von Daniel Vonlanthen. Aktualisiert am 11.03.2010
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Abenteuer und Naturerlebnisse im Wald erfordern Planung, Infrastruktur und Materialeinsatz. Die Ropetech GmbH, Betreiberin des Seilparks im Berner Dählhölzliwald, überlässt jedenfalls nichts dem Zufall. Was sie 2003 als temporären Erlebnispark für Individualisten errichtete, ist heute ein stationäres Freizeitangebot für die Massen. Seit 2008 plant die Firma den weiteren Ausbauschritt ihres Seilparks. Das entsprechende Baugesuch im letzten Jahr stiess auf erheblichen Widerstand, worauf es zur Überarbeitung zurückgezogen wurde. Der Kirchenfeldleist forderte per Aufsichtsbeschwerde die Wiederherstellung des Zustands («Bund» vom 3. Oktober 2009). Eine offizielle Antwort liegt bis heute nicht vor. Nun hat Ropetech ein neues Baugesuch für den Ersatz und die Erweiterung der bestehenden Bauten eingereicht.
Das Vorhaben erfordert Ausnahmebewilligungen gemäss Waldgesetz und Raumplanungsgesetz. Der Betrieb inmitten des natürlichen Baumbestands umfasst laut Homepage rund 120 Plattformen, die über sieben Parcours auf 4 bis 23 Metern Höhe, über Seilbahnen und Brücken erschlossen sind. Der Betrieb ist durch eine Vereinbarung zwischen der Burgergemeinde Bern als Waldbesitzerin und Ropetech geregelt. Die Vereinbarung gilt jeweils für zwei Jahre und wurde kürzlich erneuert. Für die «nichtforstlichen Kleinbauten» liegt eine Bewilligung bis Ende 2010 vor. Für die Saison 2011 möchte Ropetech ihre neuen, erweiterten Bauten in Betrieb nehmen. Nach wie vor keine Lösung gibt es für die WC-Anlage. Diese ist nicht Bestandteil des Baugesuchs.
«Häufung von Einbrüchen»
Aus «naheliegenden Gründen» sei Ropetech auf den Standort im Wald angewiesen, schreiben die Gesuchsteller. Trotz «mehrjährigen intensiven Bemühungen» sei es nicht gelungen, einen Platz ausserhalb des Walds für die Infrastrukturbauten zu finden. Die Erneuerung und Erweiterung der Anlagen begründet Ropetech mit der wachsenden Nachfrage und dem Vandalismus: «Die Häufung von Einbrüchen, Einbruchsversuchen und Vandalismus drängte uns zu einer Vergrösserung der Bauten und einer deutlich stabileren Konstruktion.» Die hohen Besucherzahlen zeigten, dass der Park einem öffentlichen Interesse entspreche. Die Frequenzen stiegen in den letzten Jahren auf rund 20 000 Personen pro Saison. Die Betreiber haben auch in Sicherheit und Effizienz investiert, wie aus den Unterlagen zum Baugesuch hervorgeht: Vor der Parkbegehung muss sich jeder Kunde registrieren lassen. Die sicherheitsrelevanten Aspekte erfahren die Besucher und Besucherinnen an einer Filmvorführung vor Ort. Danach müssen sie einen theoretischen Kurztest absolvieren. Die betriebsnotwendigen Einrichtungen wie EDV-Anlagen, Büromaterial, Tagesrapport-Ordner und anderes mehr werden künftig in einem mit Rollläden, Verschlägen und Alarmanlage gesicherten, sechs Meter langen Seecontainer eingelagert. Halogenstrahler und Notstromaggregat erhöhen die Sicherheit. Überdies wollen die Betreiber einen Wassertank für 6500 Liter im Boden versenken. Die Burgergemeinde unterstützt die Pläne: Das Vorhaben sei auf ein «waldverträgliches Mass» redimensioniert worden, sagte Forstmeister Franz Weibel auf Anfrage. (Der Bund)
Erstellt: 11.03.2010, 08:32 Uhr
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