Müslüm: Hit auf Youtube, Flop im Radio
Von Christoph Lenz. Aktualisiert am 06.01.2011 4 Kommentare
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Müslüms «Samichlaus»
Ende November hat der Berner Rapper Müslüm seine Single «Samichlaus» veröffentlicht, eine eingängige Popnummer mit politischem Subtext. In der Hitparade stiess der Song bis auf Platz 18 vor. Noch beeindruckender ist die Statistik des Videoportals Youtube: Fast 600 000 Mal wurde der Clip bereits abgerufen. Das macht pro Tag fast 20 000 Plays.
Umso erstaunlicher, dass Semih Yavsaner, der Mann hinter Müslüm, kürzlich seinem Ärger via Facebook Luft verschaffte. Der Grund: Während sein Song im Internet durch die Decke ging, wurde «Samichlaus» seit Anfang Dezember nur sechs Mal von einer Schweizer Radiostation gespielt. «Ich vermute, dass die Redaktionen sich vor dem Bundesamt für Kommunikation fürchten», sagt Yavsaner. Schon bei Müslüms Sommerhit «Erich, warum bisch du nid ehrlich?» drohte SVP-Grossrat Thomas Fuchs Radiostationen mit einer Beschwerde, sollten sie das Stück spielen und Befürwortern des Reitschule-Verkaufs nicht gleich viel Sendezeit einräumen.
Ist «Samichlaus» also zu politisch? «Ja», sagt Sandro Meli, Musikchef beim Berner Capital FM. «Wir legen Wert auf politische Neutralität – auch bei der Musik.» Hinzu komme, dass Müslüms Song der Zielgruppe von Capital FM zu wenig entspreche, «zu jugendlich». Anders sieht es bei DRS 3 aus: Nicht jeder Song, der auf Youtube viele Views erziele, funktioniere auch am Radio, sagt der Leiter der Musikredaktion, Michael Schuler. «Ab Mitte Dezember hat die Redaktion wegen‹Jeder Rappen zählt› keine neuen Songs mehr ins Programm aufgenommen – und jetzt ist es zu spät für ‹Samichlaus›.»
Ein kleiner Trost für Müslüm: Beinahe täglich erhält Semih Yavsaner derzeit Fanpost von Schülern, die ihm berichten, ihre Musiklehrer hätten «Samichlaus» in den Musikunterricht aufgenommen. Politische Inhalte hin oder her. (Der Bund)
Erstellt: 06.01.2011, 07:26 Uhr
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4 Kommentare
Capital FM zeigt schön die heutige Mentalität eines grossen Teils der Bevölkerung: Nur ja nicht selber denken in politischen Belangen. Vor der Abstimmung kann ich noch schnell die Plakate anschauen. Genau deshalb sollen die Privatsender auch nichts von der Billag bekommen, wenn sie sich so aus dem politischen Prozess raushalten. Ohne Medien keine Politik Antworten
jaja die Musik Industrie und Radiostationen sind alles die gleiche Mafia! Nur weil jeder versteht was er singt wirds nicht im Radio gespielt...aber zb: 50 cent auf Englisch - dass ist dann kein Problem...oder Sie können kein Geld mit Müslüm Verdienen....so siehts doch aus Antworten
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