Mühleberg II auch ein Zwischenlager
Aktualisiert am 17.01.2011 7 Kommentare
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Im Dezember hatte bereits die Zeitschrift «Beobachter» darüber berichtet und darauf hingewiesen, dass dasselbe auch für die Projekte in Beznau und Gösgen. Was die Sonntagszeitung dazu bewegte, die Geschichte nochmals aufzunehmen, ist aber die Tatsache, dass im Berner Abstimmungsbüchlein kein Hinweis auf das Zwischenlager zu finden ist.
200 Meter lang, 80 Meter breit
In den eingeplanten Zwischenlagern hätten laut «Beobachter» auch Brennelemente aus den an diesen Standorten bereits bestehenden Atomkraftwerken Platz sowie verstrahlte Anlageteile, die anfallen, wenn die alten AKW dereinst abgerissen werden. «In Mühleberg könnte die Halle bis 200 Meter lang und 80 Meter breit sein», schreibt die Zeitschrift.
«Bei einem neuen Kernkraftwerk müssen die Brennelemente bis zum Abtransport gelagert werden», sagte dazu BKW-Chef Kurt Rohrbach auf Anfrage. «Dieses Lager könnte man für beide Werke gemeinsam nutzen.» Zum Beispiel könnte das bestehende Kernkraftwerk Mühleberg nach Betriebsende rascher zurückgebaut werden, wenn das Lager auf dem Gelände ausreichend gross wäre.
Für die kantonale SP bedeutet ein neues Zwischenlager hingegen «ein zusätzliches grosses Risiko für den ganzen Kanton, am stärksten für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gemeinden», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Zwar habe die Partei Verständnis dafür, dass es wegen des Widerstands gegen Endlager vorerst Zwischenlager brauche. Die Bevölkerung müsse aber vor der Volksabstimmung zu Mühleberg II über die Risiken informiert werden.
Noch kein Tiefenlager in Sicht
Heute wird der Atommüll aller AKW in der Schweiz im zentralen Zwischenlager in Würenlingen AG aufbewahrt. Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) sucht seit Jahrzehnten nach einem Tiefenlager, um den Abfall definitiv zu lagern. Doch bis dieses steht – und das wird noch lange dauern –, braucht es ein Zwischenlager.
Die Bevölkerung rund um Mühleberg ist laut «Sonntagszeitung» überrascht. «An der Informationsveranstaltung im Gemeindehaus im letzten Jahr war von solchen Undingen kein Wort zu hören», sagt Reiner zur Linde aus dem Nachbarort Detligen. Auch Landwirt Walter Ramseier, ein Nachbar des AKW, ist beunruhigt: «Weil niemand ein Tiefenlager möchte, werden nun Hallen gebaut, die ein jahrzehntelanges Provisorium sein werden.» (el/red)
Erstellt: 16.01.2011, 12:35 Uhr
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7 Kommentare
Ein weiterer Skandal. Wird der Bau und der Unterhalt dieses Zwischenlagers eigentlich auch in den Gesamtkosten aufgeführt? Was soll alles noch kommen? Absehbar ist ein dramatischer Wertverlust der Immobilien rund um Mühleberg und ein weiterer Vertrauensverlust der BKW. Mir wirds nun je länger je klarer: Nein zum neuen AKW in Mühleberg! Antworten
Der Rückbau der KKW Mühleberg und Beznau kann erst beginnen, nachdem ein Zwischenlager an Ort errichtet wurde. Radioaktive Abfälle werden stets während einer bestimmten Zeit zwischengelagert, bevor sie in ein Endlager transportiert werden können. Erst ab 2040 besteht in der Schweiz das Bedürfnis für eine Endlagerung. Für die sichere Zwischenlagerung besteht in der Schweiz genügend Erfahrung. Antworten
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