Bern

Mit den Broncos gegen das «Paradisli»-Fest

Weil die Stadt ein unbewilligtes «Paradisli»-Fest befürchtete, liess sie das Baugelände des Schönbergparks überwachen.

Das leere Haus im Schönbergareal, wo früher das «Paradisli» war. (Franziska Scheidegger)

Das leere Haus im Schönbergareal, wo früher das «Paradisli» war. (Franziska Scheidegger)

Drei «Broncos» mit Hund patrouillierten am vergangenen Samstag rund um den Schönbergpark. Grund dafür war ein nicht bewilligtes – aber bereits abgesagtes – Solidaritätsfest der ehemaligen Bewohner des Bauernhauses («Paradisli»). Das Fest sollte die Kosten decken, die in den juristischen Verfahren um die Überbauung Schönbergpark entstanden waren. Die unterlegene Grüne Partei Bern (GPB) und die ehemaligen «Paradisli»-Bewohner waren gegen den von der Stadt geplanten Bau von «Luxuswohnungen» vorgegangen – und unterlagen. Sie haben die Gerichtskosten unter sich aufgeteilt, zu je 7500 Franken.

Liegenschaften schützen

Fernand Raval, Leiter der städtischen Liegenschaftsverwaltung, begründet den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes damit, dass auch die Stadt ihre Liegenschaften schützen müsse. «Das ist gang und gäbe, insbesondere bei Baustellen.» Durch die seit Frühling laufende Sanierung des Bauernhauses sei der Ort am Wochenende noch leichter zugänglich als sonst. Dafür werde jeweils entweder die Securitas oder, wie in diesem Fall, Broncos Security engagiert.

Von den Absichten, auf dem Gelände ein Fest zu veranstalten, habe man gewusst. «Es gab eine Anfrage.» Diese sei abgelehnt worden, doch man sei davon ausgegangen, dass das Fest dennoch stattfinden solle. Ausserdem habe man «vom Centralweg gelernt», so Raval. An dieser Strasse in der Lorraine war bis Mitte März Brachland für eine Überbauung unerlaubterweise als Wohnwagenquartier genutzt respektive besetzt worden.

Von Nause über Rytz zu Hayoz

Als «Spiessrutenlauf» bezeichnet Organisator Nathan Solothurnmann den Gang zu den Behörden, um eine Bewilligung für das Solidaritätsfest zu erhalten. «Von Nause über Rytz zu Hayoz» habe der Weg geführt. Immer seien sie weiter- und zum Schluss von der Liegenschaftsverwaltung abgewiesen worden.

Gemäss Marc Heeb, Leiter der Gewerbepolizei, war im ursprünglichen Gesuch noch die Rede von einem Fest bis Mitternacht gewesen. Dies sei für die Liegenschaftsverwaltung Grund zur Ablehnung gewesen, so Heeb. Die Veranstalter hätten dann von sich aus weitere Stellen kontaktiert und das Gesuch schliesslich zurückgezogen. «Wir suchen nun nach anderen Möglichkeiten, das Fest durchzuführen», sagt Solothurnmann. Die Gewerbepolizei hat ihnen dazu bereits Alternativen vorgeschlagen. Idealerweise sollte das Fest mit Familienprogramm und (unverstärkten) Konzerten aber im Grünen stattfinden, «wos schön ist».

Dass das Fest bereits abgesagt worden war, war der Liegenschaftsverwaltung nicht bekannt. Gemäss den Mitarbeitenden vor Ort dauerte der Einsatz der drei «Broncos» 48 Stunden, was die Liegenschaftsverwaltung bestätigt. Zu den Kosten des Einsatzes macht sie jedoch keine Angaben. (Der Bund)

Erstellt: 27.04.2010, 08:02 Uhr

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