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Leserbriefe: «Die BKW gehört uns!»

Von Thomas Mathis und Lukas Harder. Aktualisiert am 14.12.2009 2 Kommentare

Zwei Leser äussern sich zum «Bund»-Interview mit BKW-Verwaltungsratspräsident Urs Gasche vom 9. Dezember.

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Urs Gasche weist im Interview auf den Widerspruch hin, den sich die BKW mit den zwei grossen Kohlekraftwerken in Deutschland selber eingehandelt hat: Einerseits will die BKW künftig CO2-neutral produzieren, andererseits will sie sich nicht vom gigantischen Kohlekraftwerk im deutschen Wilhelmshaven trennen. Um diesen Widerspruch zu vertuschen, spricht Gasche aber so wie der bisherige Verwaltungsrat: Man rühmt die saubere Kohle und verweist auf die bessere Energieeffizienz der neuen Kohlekraftanlagen. Nur allzu gerne würde die BKW mit einem konkreten Beispiel aufzeigen, dass BKW-Kohlekraftwerke alte, ineffiziente Anlagen ersetzen könnten. Dies wird allerdings so schnell nicht passieren, ein ökonomisches Prinzip stellt sich dieser «grünen» BKW-Rhetorik entgegen: Alte Kohlekraftwerke sind vollständig amortisiert und können auch trotz sehr schlechter Effizienz und relativ billiger Kohle jahrelang rentabel weiter betrieben werden, unabhängig davon, ob nun ein effizientes Kohlekraftwerk von der BKW gebaut wird oder nicht. Betrachtet man also die gesamten CO2-Emissionen der deutschen Stromproduktion, dann belastet die Kohle-Investition der BKW zusätzlich unser Klima. Gasche hat nun die Aufgabe, diesen wenig erfreulichen Umstand entweder weiterhin schönzureden oder die Mehrheit des Verwaltungsrates zu überzeugen, aus dem Kohlestrom ganz auszusteigen.

Thomas Mathis, Bern

«Volk kann nicht mitreden»

Die BKW gehört mit 52 Prozent Aktienanteil dem Volk, mitreden kann es trotzdem nicht. So sagt Urs Gasche, designierter VR-Präsident: «Ich werde mich als Verwaltungsratspräsident dagegen wehren, dass sich die Politik in die operative Ebene der BKW einmischt.» Einen solchen VR-Präsidenten wollen wir nicht! Die BKW gehört uns – wir bestimmen, wie eine klimafreundliche Stromproduktion auszusehen hat. Eine Beteiligung am Bau eines Kohlekraftwerkes in Dörpen (Deutschland) oder eines Gaskraftwerkes in Utzensdorf gehört sicherlich nicht dazu. Der Regierungsrat soll sich verbindlich darauf festlegen, Gasche nicht zu wählen!

Lukas Harder, Bern (Der Bund)

Erstellt: 14.12.2009, 10:43 Uhr

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2 Kommentare

Lukas Harder

24.12.2009, 14:46 Uhr
Melden

Nein, Herr Schmid, nicht die Mehrheit im Gemeinderat, sondern im 7-köpfigen Regierungsrat wäre nötig, und die ist bei 4 rot-grünen Vertreterinnen und Vertretern auch gegeben. Anscheinend haben aber die 4 Jahre Amtszeit nicht gereicht. Vielleicht sollten wirklich wieder die bürgerlichen an die Macht, es soll ja auch dort echte grüne geben... Antworten


Karl Max Schmid

14.12.2009, 23:49 Uhr
Melden

Immer wieder schön zu höhren, dass alles was dem Staat gehört den rotgrünen Scherzkeksen gehört. Da wäre dann wenigstens die Mehrheit im GR. erforderlich. Bezahlen tun`s sowieso immer die andern. Antworten



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