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Leserbrief: Nach Schuldigen zu suchen, ist müssig

Wieder einmal muss ein Tier leiden durch menschliches Fehlverhalten! Ich bin unendlich traurig über dieses Vorkommnis und kann kaum fassen, was am letzten Samstag geschehen ist.

Erschüttert bin ich vor allem darüber, dass ein Mensch die 1,30 Meter hohe Umzäunung übersteigen und offenbar minutenlang (!) auf der Mauer sitzen kann, ohne dass irgendjemand von den dort sicher zahlreich flanierenden Besucherinnen und Besuchern eingegriffen und ihm Einhalt geboten hat.

Zudem wird der Bärenpark durch Videos überwacht. Würden diese Videos regelmässig kontrolliert,
hätte das Wachpersonal doch sofort und präventiv reagieren müssen, um zu verhindern, dass ein solch tragisches Unglück hätte geschehen können.

Eine weitere Frage, die mich beschäftigt, ist, warum man nicht eine dieser neuartigen Taser-Waffen eingesetzt hat anstelle eines Deformationsgeschosses, welches so schwere Verletzungen verursacht.

Wer – wie ich – erleben durfte, wie sich Bär Finn in den letzten Wochen mit dem neuen Bärenpark angefreundet hat, wie er den Plausch hatte am Baden und Planschen im Aare-Wasser und wie er in den letzten warmen Novembertagen die Sonne genoss, kann meine Traurigkeit sicher verstehen. Dass sich viele Fragen stellen und uns dieses furchtbare Ereignis alle noch lange beschäftigen wird, ist nachvollziehbar.

Nach Schuldigen zu suchen, ist müssig. Am unschuldigsten ist ganz sicher der Bär, der nur sein natürliches Verhalten zeigte. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Finn vollständig erholen kann und nicht lebenslang wegen dieser Schussverletzung Schmerzen erleiden muss.

Verena Huber, Gümligen (Der Bund)

Erstellt: 25.11.2009, 09:46 Uhr

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