Leserbrief: Ein perfider Schachzug um dem Theater den Garaus zu machen

Aktualisiert am 03.09.2010

Die GFL-Stadträtin Daniela Lutz entpuppte sich an der jüngsten Stadtratsdebatte zum Stadttheater als Kulturverhinderin durch die Hintertür.

Das Stadttheater soll kostendeckende Mietzinse an die Stadt abliefern? Was auf den ersten Blick vernünftig klingt, erweist sich rasch als perfider Schachzug, dem Stadttheater den Garaus zu machen.

Dass Oper, Musical, Schauspiel und Ballett in Bern nicht wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmensbereiche sein können, liegt in der Natur der Sache. Gewinnbringend sind sie trotzdem, allerdings auf einer nicht in Franken berechenbaren Weise. Das Stadttheater kann nur dank Gelder der Öffentlichen Hand existieren und sichert mit den übrigens nicht üppigen Löhnen immerhin mehreren hundert Familien die Existenz. Dass eine solche Kulturinstitution nur in behütetem Rahmen operieren und gedeihen kann, verlangt mehr als die undurchdachten, populistischen und billigen «Überlegungen» einer grünen Stadträtin. Mit der einen Hand gibt die Stadt Bern dem Stadttheater Subventionen, mit der andern Hand soll sie das dringend benötigte Geld gleich wieder einziehen durch massiv erhöhte Mietzinse?

Als die beliebte kleine Schauspielbühne im Kornhaus geschlossen wurde, erfuhr der Leser aus dieser Zeitung, dass die Stadt dem Stadttheater dafür satte 100?000 Franken Miete pro Jahr verlangte und auch nicht bereit war, das Theater aus dem Vertrag vorzeitig zu entlassen. Das verstehen linke und grüne Politiker offenbar unter dem Begriff Kulturförderung.

Dann soll Frau Lutz doch gleich zugeben, dass sie eigentlich durch die Hintertür das Stadttheater vernichten will und zumindest in Kauf nimmt, damit Hunderte von neuen Arbeitslosen zu schaffen.

Caroline Niggli, Bern

Erstellt: 03.09.2010, 09:55 Uhr

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