Kurz frottiert: Wenn der Bär wie der Chef heisst

Von Simon Jäggi. Aktualisiert am 24.02.2010 1 Kommentar

Noch weiss man nicht, welches Geschlecht die zwei jungen Bärchen tragen, die Björk geworfen hat. Nichtsdestotrotz hat der Bärenpark-Nachwuchs schon Namen erhalten: Urs und Berna.

Was ist eigentlich, wenn es sich um zwei Männchen oder zwei Weibchen handelt? Wird aus Berna dann Bernd – zu Ehren des deutschen, aber sympathischen Tierpark-Direktors Schildger? Oder wird aus Urs dann Ursula – zu Ehren von Ursi Andress, dem bedeutendsten Beitrag Ostermundigens zum Weltgeschehen?

Lassen wir die Spekulationen. Etwas anderes beschäftigt uns mehr. Die Tatsache nämlich, dass bei der Namensgebung der Bärenpark-Hauptsponsor Mobiliar ein gewichtiges Wörtchen mitgeredet hat. Wir rätseln: Was haben Urs und Berna mit der Mobiliar zu tun? Gerade beim Namen Urs kriecht uns da nämlich ein fieser Verdacht die Synapsen hoch. Und eine Frage pocht laut an die Hirnrinde: Zu wessen Ehren dient der Name?

Hoffentlich zu Ehren der Stadt Solothurn. 1924 erhielt nämlich Solothurn vom Bildhauer Urs Eggenschwyler einen Bären vermacht – einen «Urs». Weil die Stadt-Obrigen das Vieh nicht verzehren mochten und auch sonst nichts mit dem unhandlichen Vermächtnis anzufangen wussten, schenkten sie es den Bernern – unter der Bedingung, dass fortan immer mindestens ein Bär auf den Namen Urs hören sollte. Zu Ehren Eggenschwylers und des Solothurner Stadtheiligen Urs. Vielleicht hat die Mobiliar auch bloss etymologische Motive (und etwas wenig Fantasie). Urs kommt von Ursus, was auf Deutsch «Bär» heisst.

Wir hegen aber einen anderen Verdacht, der wahrscheinlich völlig aus der Luft gegriffen ist. Wir denken nämlich an den Namen des Chefbären der Mobiliar, Urs Berger, der sich auf einem Flug bei der Zeitungslektüre entschieden hat, dem Bärenpark eine Millionenspende zukommen zu lassen. Dafür sollte man dankbar sein. Sollte sich der Mobi-Chef aber ein kleines, pelziges Denkmal gesetzt haben, dann wäre das ein kleines bisschen peinlich. Aber wer weiss: Vielleicht wird aus Urs dann eben doch noch eine Ursi. (Der Bund)

Erstellt: 24.02.2010, 08:09 Uhr

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1 Kommentar

Stefan Scherer

24.02.2010, 10:37 Uhr
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Herr Schildger ist Deutscher aber sympathisch. Schön im "Bund" zu lesen, dass das Eine das Andere nicht ausschliesst. Antworten



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