Konsumenten und Produzenten gründen Handels-Netzwerk
Von Daniel Vonlanthen. Aktualisiert am 14.12.2009
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Soliterre
Vereinsgründung, Dienstag, 15. Dezember, 19 Uhr, Kornhausforum Bern. www.soliterre.ch.
Konsumentinnen, Konsumenten und landwirtschaftliche Produktionsbetriebe aus der Region Bern wollen ein neues Handelssystem aufbauen. Der Verein Soliterre, der morgen Dienstag im Kornhausforum Bern gegründet wird, will eine «alternative, partnerschaftliche Ernährungsversorgung» schaffen. Zu der Kerngruppe gehört zum Beispiel Heinz Hofer, Biolandwirt aus Jens im Seeland: «Bewusste Konsumenten und Konsumentinnen wollen wissen, wo und wie ihre Nahrungsmittel produziert werden», sagt der Produzent, der einen 20-Hektaren-Hof bewirtschaftet. Wer sich für das Vertriebssystem verpflichte, könne eine persönliche Beziehung zum Produzenten aufbauen, sagt Hofer. Dank Direktvermarktung entfällt der Zwischenhandel und dessen Marge.
Die Abnehmer verpflichten sich vertraglich zum Kauf bestimmter Produkte und einer bestimmten Menge – ein Gewinn für beide Vertragspartner: «Die Betriebe erhalten einen fairen Preis für ihre Produkte, die Konsumierenden bekommen im Gegenzug qualitativ hochstehende Ware zu einem guten Preis», heisst es im Beschrieb. Von «Wiederannäherung von Stadt und Land» ist die Rede, und von «konsequenter Unterstützung des lokalen Kleingewerbes». Die ersten Auslieferungen sollen im März nächsten Jahres erfolgen. Die Kerngruppe rechnet für den Start mit einer Mindestgrösse von 50 Berner Haushalten und 6 Betrieben. Sie hat drei Auslieferungsorte in der Stadt Bern ausgewählt: beim Eigerplatz, im Nordquartier und in Bern West.
Neu ist die Idee des Direkthandels keineswegs. So hat sich etwa der Förderverein Region Gantrisch der nachhaltigen Regionalentwicklung verpflichtet und bietet auf der Internetplattform Produkte und Dienstleistungen an, vom Holunder-Minze-Sirup bis zum Lama-Trekking, vom Beerenschaumwein bis zum Schafwollduvet. Das Vertriebssystem Gantrisch umfasst über hundert lokale Anbieter.
Agropreis 2009
Mitglieder der globalisierungskritischen Bewegung Attac brachten die Idee der Vertragslandwirtschaft von Frankreich über die Westschweiz nach Bern. Die Fédération romande de l’agriculture contractuelle de proximité (FRACP), der Westschweizer Verband der regionalen Vertragslandwirtschaft, war Gewinner des Agropreises 2009. Der Agropreis ist der grösste Innovationswettbewerb der Schweizer Landwirtschaft und wurde dieses Jahr zum 17. Mal vergeben.
Laut der Homepage des Vereins entsprang die Idee an einer von Attac Bern organisierten Veranstaltung im Herbst 2008, an der die Agriculture Contractuelle de Proximité (ACP) vorgestellt wurde. In der Westschweiz gibt es laut Soliterre bereits zwei Dutzend funktionierende landwirtschaftliche Vertragsnetzwerke. (Der Bund)
Erstellt: 14.12.2009, 08:27 Uhr
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