Kommentar: Eine taktisch geschickte Wahl
Von Hans Galli. Aktualisiert am 09.12.2009
Diese Kritik greift jedoch zu kurz. Das Geschäft mit dem Strom ist von der Politik geprägt. Die Frage, wie wir die künftige Stromversorgung sicherstellen, wird politisch entschieden.
Im Zentrum wird die Frage stehen: Wird in Mühleberg ein neues Atomkraftwerk gebaut oder nicht? Sie ist derart heikel, dass ein polternder Manager mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften würde. Gefragt ist ein glaubwürdiger Vermittler. Seine Aufgabe ist es, erstens die Bevölkerung hinter ein allfälliges Projekt zu scharen. Zweitens muss er im Interessenkonflikt zwischen den Konzernen Axpo, Alpiq und BKW geschickt verhandeln: Jeder möchte ein neues AKW, aber es werden höchstens zwei gebaut.
Urs Gasche ist die richtige Person: Er hat sich als Finanzdirektor des Kantons Bern einen guten Namen über die Parteigrenzen hinaus gemacht. Als er sich in der SVP nicht mehr wohlfühlte, wechselte er zur neuen BDP.
Dank seiner Unabhängigkeit werden es die Gegner von Atomkraftwerken schwer haben, den neuen BKW-Präsidenten in eine ideologische Ecke abzudrängen. Sie werden sich um Sachargumente bemühen müssen. (Der Bund)
Erstellt: 09.12.2009, 07:35 Uhr
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