Kommentar: Die Zukunft des Stadttheaters beginnt jetzt

Von Brigitta Niederhauser. Aktualisiert am 15.12.2009

Die negativen Schlagzeilen rund um das Berner Stadttheater reissen nicht ab: Die Publikumszahlen sind rückläufig, ob das Gebäude, das in einem desolaten Zustand ist, in absehbarer Zeit saniert werden kann, ist noch nicht klar, und die Querelen zwischen dem Theater und dem Berner Symphonieorchester (BSO), die 2012 in einer neuen Organisation zusammengeführt werden, schwelen weiter.

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Weder mit Highlights, die weit über die Bundesstadt hinausstrahlen, noch mit Skandalen macht das Theater von sich reden. In der Öffentlichkeit wird das Theater zunehmend nur noch als Haus der Probleme wahrgenommen, und vergeblich ist bis heute das Warten auf Diskussionen über künstlerische Inhalte. Marc Adam sind zwar keine gravierenden Fehler vorzuwerfen. Doch nach zwei Spielzeiten ist seine Bilanz mager und sein Mangel an künstlerischen Visionen fällt für die Theaterstadt Bern immer stärker ins Gewicht. Dazu kommt, dass er als Direktor weder im eigenen Haus noch in der Öffentlichkeit oder in der Politik über einen grossen Rückhalt verfügt.

Diese verfahrene und unerfreuliche Situation bedingt, dass die Arbeitsgruppe, welche die neue Organisation ausarbeitet, nun schnell konkrete Ergebnisse präsentiert, die optimale Strukturen für die künstlerische Arbeit möglich machen, damit Bern auch für grosse Namen zu einem attraktiven Arbeitsort avanciert. Unmissverständliche Signale werden auch von den Subventionsgebern erwartet, die sich erfreulicherweise in jüngster Zeit vermehrt eingemischt haben: Die Suche nach einer Persönlichkeit, die in der Lage ist, die neue Organisation und damit das Stadttheater und das BSO zum Erfolg zu führen, muss möglichst rasch gestartet werden. Denn Spielpläne werden zwei Jahre im Voraus geplant; wird Zeit verschwendet, steht nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft des Theaters auf dem Spiel. (Der Bund)

Erstellt: 15.12.2009, 07:36 Uhr

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