Bern

Kommentar: Der grosse Tag der BDP

Was für ein Ergebnis: Aus eigener Kraft holt die BDP einen Sitz im Regierungsrat, und im Parlament verteidigt sie nicht nur ihre 17 Mandate, sie holt gleich 25.

Die neue Regierungsrätin Beatrice Simon wird im Rathaus gefeiert.

Die neue Regierungsrätin Beatrice Simon wird im Rathaus gefeiert.

Da hatten doch viele, auch in der BDP, gezweifelt, ob die Partei der SVP-Dissidenten ihre erste grosse Prüfung bestehen werde – und jetzt holt sie mit Beatrice Simon aus eigener Kraft einen Sitz im Regierungsrat, und im Parlament verteidigt sie nicht nur ihre 17 Mandate, sie holt gleich 25. Das ist ein Triumph. Und er ist, und das ist die zweite grosse Erkenntnis des Wahltags, überhaupt nicht zulasten der SVP gegangen. Diese hat, dank einer gewaltigen Mobilisierung, praktisch wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Für den BDP-Erfolg büssen andere: die SP, die FDP, die EVP.

Der Berner Grosse Rat verfügt nach dem BDP- und dem SVP-Triumph und trotz FDP-Absturz wieder über eine klare bürgerliche Mehrheit. Bisher mussten die Bürgerlichen, gerade auch in wichtigen Finanzfragen, EDU und Rechtsaussenparteien einspannen, um eine wackelige Mehrheit zu erhalten. Offen aber ist, ob die erstarkte bürgerliche Mehrheit ihre neue Macht ausspielen wird – oder ob sich die BDP, die nun mehr sein muss als eine Partei abtrünniger Anstands-SVPler, als neue Mitte-Partei zwischen den alten Fronten zu profilieren versucht.

Das Berner Volk aber hat gestern nicht nur ein neues, bürgerlicheres Parlament gewählt, es hat auch die rot-grüne Mehrheit im Regierungsrat bestätigt – und dies nicht in einem Zufallsentscheid. Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (grüne), Baudirektorin Barbara Egger (sp) und Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (sp) dürfen ihr Wahlresultat als Bestätigung für ihre Arbeit auffassen. Wenn drei rot-grüne Politiker in einem bürgerlich wählenden Kanton in einer Majorzwahl auf die ersten drei Plätze gewählt werden, ist dies nicht selbstverständlich (selbst wenn die Bürgerlichen verkracht sind). Aufatmen kann auch Philippe Perrenoud: Der SP-Gesundheitsdirektor war der Meistkritisierte im linken Quartett, auch er hat die Wiederwahl aber nun als siebtbester Gewählter geschafft und seinen Hauptkonkurrenten um den Jurasitz, den freisinnigen Sylvain Astier, überdeutlich distanziert. Perrenouds behutsam-zögerliche Art, die ihm in der Gesundheitspolitik viel Kritik einbringt, wird im heiklen Juradossier offenbar geschätzt, wie sein sehr gutes Ergebnis in der Region zeigt. (Der Bund)

Erstellt: 29.03.2010, 08:02 Uhr

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3 Kommentare

Henri Affolter

29.03.2010, 19:16 Uhr
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Dass Majorzwahlen Persönlichkeitswahlen sind,ist bekannt. Den Ausgang der Regierungsratswahlen darum mit der Parteicouleur in Verbindung zu bringen, lenkt ab. Man hat nicht GenossInnnen gewählt, sondern erprobte PolitikerInnen. Dass gewisse Medienschaffende ein Problem damit haben, der SVP ihren Erfolg zu gönnen,erstaunt nicht. Was stört sind die einseitigen Analysen von linken Politologen. Antworten


Rudolf Burgener

29.03.2010, 18:03 Uhr
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Das Lachen der Regierung ist nicht so, wie erwartet, da das Parlament nun Gegensteuer geben wird, wenn die Regierung versucht etwas durchzuboxen! Antworten


Nicole Meier

29.03.2010, 11:45 Uhr
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Gewählte Rot - Grüne Politiker, vergesst nicht das ihr für alle Arbeiten sollt. Habt nicht nur Eure Parteiziele vor Augen, sondern auch die von Euren Gegenern. Denn jeder Zahlt hier Steuern und hat Anspruch auf eine Gute Regierung und nicht auf Parteienklüngel. Antworten



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