Bern

Keine Zwangsmitgliedschaft für SUB mehr

Aktualisiert am 26.11.2009

Studierende der Universität Bern sollen künftig nicht automatisch Mitglied der Vereinigung der Studierenden der Universität Bern (SUB) werden.

Der bernische Grosse Rat hat den Regierungsrat mit der entsprechenden Anpassung im Universitätsgesetz beauftragt.

Diese Forderung in der Motion von Thomas Fuchs (SVP/Bern) kam am Donnerstag im Grossen Rat mit nur einer Stimme Differenz durch. Nach einer angeregten Debatte votierten schliesslich 64 Grossräte mit Ja, 63 mit Nein.

Sympathien für die Linke

Die SUB sympathisiere zunehmend mit fast allen Anliegen der politischen Linken, obwohl sie neutral sein sollte, hielt Fuchs in seiner Motion fest. Insbesondere kritisierte er die Unterstützung der SUB bei der Kampfjet-Volksinitiative der Gruppe Schweiz ohne Armee (GsoA).

Mit seiner Motion forderte Fuchs, dass künftig keine Zwangsmitgliedschaft für die SUB besteht. Wer der Vereinigung beitreten wolle, solle das mittels schriftlicher Anmeldung tun. Heute ist es umgekehert: Wer der SUB nicht beitreten möchte, muss das mit einem Kreuzchen bei der Immatrikulation kund tun. Zu einem späteren Zeitpunkt muss die Abmeldung schriftlich erfolgen.

Pulver relativiert

Erziehungsdirektor Bernhard Pulver (Grüne) sprach sich gegen die Forderung der Motion Fuchs aus. Das Engagement der SUB für die erwähnte GsoA-Initiative bewege sich tatsächlich im Graubereich, räumte der Regierungsrat ein. Man dürfe aber nicht vergessen, dass die SUB wichtige Aufgaben für Studierende übernehme, etwa die Beratung und Unterstützung bei der Wohnungs- oder Nebenjobsuche.

Diesen Standpunkt vertraten auch die Redner namentlich aus dem rot-grünen Lager. Das Beispiel der Universität Zürich habe gezeigt, dass die meisten Angebote der Studierenden-Vereinigung verloren gingen, wenn die automatische Mitgliedschaft aufgegeben werde, hiess es etwa. Die bürgerliche Seite machte hingegen keinen Hehl daraus, dass sie Sympathie für die Forderung Fuchs' hatte.

Das äusserst knappe Resultat wurde mit einem erstaunten Raunen im Saal quittiert. Grossrat Fuchs, der während der Debatte wegen des Militärs abwesend gewesen war, tauchte kurz vor Ende der Session im Ausgangs-Tenue der Armee auf - mit einer Flasche Champagner unter dem Arm. (vh/sda)

Erstellt: 26.11.2009, 16:56 Uhr


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