Kein Platz für pinkige Velos

Von Felicie Notter. Aktualisiert am 01.06.2010

FDP-Stadtrat Mario Imhof kämpft gegen das Guerilla-Marketing einer jungen Band. Auf seine Intervention hin hat die Polizei in Bern vier pinkige Velos eingesammelt.

Eines der pinkigen Velos, mit denen die Band Daliah für ihr Album werben wollte. (adi)

Eines der pinkigen Velos, mit denen die Band Daliah für ihr Album werben wollte. (adi)

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Fünf knallgelb-pinkfarbene Velos schmückten in den letzten Wochen die Berner Innenstadt – bestückt mit echten Blumen und ergänzt mit einem Kästchen voller Demo-CDs. Es war dies die Guerilla-Aktion der Berner Band Daliah, die auf diese unkonventionelle Weise ihr neues Album bewerben wollte. Es war? Vier der fünf Velos wurden am Wochenende von der Kantonspolizei «sichergestellt», im Auftrag der Gewerbepolizei.

Die Sache ins Rollen gebracht hat Stadtrat Mario Imhof (FDP), seines Zeichens Ferrari-Fahrer. «Die Aktion an sich dünkt mich gut», sagt er auf Anfrage. Nicht in Ordnung sei hingegen, wenn das Ganze ohne Bewilligung ablaufe. Dem bunten Treiben Einhalt zu gebieten – eine Frage des Prinzips: «Das artet sonst sofort aus», sagt Imhof. «Andernfalls stehen als Nächstes überall farbige Kinderwagen auf der Strasse.»

Gemäss Marc Heeb, Leiter der Orts- und Gewerbepolizei, ist bicyclistische Werbung im öffentlichen Raum zugelassen, sofern die Velos den Sicherheitsnormen entsprechen und eine Vignette haben – und auch wirklich in Gebrauch sind. Man habe schon in anderen Fällen reagiert: «In Bern gibt es sowieso zu wenig Veloabstellplätze.»

Bei der Band Daliah stösst das rasche Durchgreifen der Polizei auf Unverständnis. Schliesslich klang es vor zwei Wochen noch so, als ob das blosse Anbringen von Vignetten die Sache erledigen könnte. «Wir hätten die Velos gerne selber weggeräumt, wurden aber erst am Freitag von der Gewerbepolizei dazu aufgefordert», sagt Bassist Tobias Bowald. «Schade, dass Politiker und Behörden nichts Besseres zu tun haben, als solch kreative Aktionen zu bekämpfen.»

Die fehlbaren Fahrräder können vermutlich von ihren Eigentümern abgeholt werden. Immerhin hat die Aktion der Band viele positive Reaktionen und Bekanntheit eingetragen: Die Besucher auf der Webseite verzehnfachten sich. (Der Bund)

Erstellt: 01.06.2010, 08:28 Uhr

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