Bern
Karton Deisswil wird geschlossen
Aktualisiert am 08.04.2010 13 Kommentare
Die österreichische Besitzerin Mayr-Melnhof Karton AG begründet den Schritt mit verschlechterten industriellen Rahmenbedingungen in der Schweiz. Ein drastischer Anstieg der Emissionssteuern habe bereits zum Jahresende 2009 eine grössere Wertberichtigung notwendig gemacht, schreibt die Mayr-Melnhof Karton AG in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Sozialplan für 255 Mitarbeiter
Eine umfassende Lageanalyse habe ergeben, dass der Standort Deisswil nicht mehr wirtschaftlich weiterbetrieben werden könne. Für die 255 Angestellten hat das österreichische Mutterhaus einen Sozialplan angekündigt.
Vergangenes Jahr wurden in Deisswil rund 112'000 Tonnen Karton auf drei Kartonmaschinen produziert. Die Produktion wird künftig in anderen Fabriken der Mayr-Melnhof-Gruppe erfolgen.
Kanton bedauert Schliessung
Mit grossem Bedauern hat der Kanton Bern auf die Schliessung der traditionsreichen Kartonfabrik Deisswil reagiert. Das sagte Anton Bolliger, Fachbereichleiter Arbeitsmarkt bei der beco (Berner Wirtschaft), auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Zu den Angaben des österreichischen Besitzers, der Betrieb in Deisswil werde wegen der neuen Scheizer Emissionsgesetze nicht mehr aufrecht erhalten, wollte sich Bolliger nicht näher äussern. Er halte es aber für verfrüht, nun die neuen Emissionsgesetze in Frage zu stellen.
Über den Schliessungsentscheid sei man am Donnerstag um 11.30 Uhr informiert worden, sagte Bolliger. «Wir haben nun Kontakt mit der Firma aufgenommen und eine erste Besprechung am kommenden Montag vereinbart.» Dabei werde man prüfen, wie der Kanton die betroffenen Mitarbeiter unterstützen könne.
Konkret werde untersucht, was im Rahmen des angekündigten Sozialplans alles möglich sei, sagte Bolliger. «Es geht ja nicht nur um Abfindungen, es geht auch um die berufliche Neupositionierung der Leute.» (bs/sda)
Erstellt: 08.04.2010, 14:41 Uhr
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13 Kommentare
Echt gute Ausreden der "oberen" Herren. Erst die Gewinne ab 1990 mit den alten Maschinen einsacken. Überhöhte Dienstleistungs-Rechnungen stellen. Gehälter über die steuergünstige Schweiz beziehen. Dann die Ausrede des Standortes und Sanierungsbedarfs, obwohl der bereits 1990 bekannt war. Einmal mehr das fiese Spiel der sog. "Manager." Und welche Partei wählen die Arbeiter 2011??? Antworten
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