Bern

Kantonsparlament bewilligt 3,3 Millionen für Gotthelf-Zentrum

Aktualisiert am 25.11.2010

Der Grosse Rat hat am Donnerstag 3,3 Millionen Franken zum Aufbau eines Gotthelf-Zentrums am Wirkungsort des berühmten Berner Pfarrers und Schriftstellers in Lützelflüh bewilligt. Dort soll nun ein Museum entstehen.

Wird zum Gotthelf-Museum: Das Pfarrhaus in Lützelflüh. (Valérie Chételat)

Wird zum Gotthelf-Museum: Das Pfarrhaus in Lützelflüh. (Valérie Chételat)

Die 2006 gegründete Jeremias-Gotthelf-Stiftung wird nun mit dem Geld das heute leer stehende Pfarrhaus von Lützelflüh erwerben, es sanieren und umbauen. Gotthelf lebte im Pfarrhaus von Lützelflüh von 1832 bis zu seinem Tod im Jahr 1854.

Das Parlament stimmte dem Betrag, der dem Lotteriefonds entnommen wird, ohne Gegenstimmen mit einer Enthaltung zu. Es folgte damit den Anträgen der Kantonsregierung und der vorberatenden Kommission.

Die Idee eines Gotthelf-Zentrums gibt es schon seit längerer Zeit. Schon im Jahr 2004 bewilligte der Grosse Rat sechs Millionen Franken für eine Historisch-Kritische Gesamtausgabe des literarischen Werks Gotthelfs. Dies anlässlich des 150. Todestags von Gotthelf.

Damals signalisierte das Kantonsparlament auch, weitere 3 Millionen Franken an das Gotthelf-Zentrum beizutragen, falls die Gotthelf- Stiftung ein gutes Detailkonzept und einen Businessplan vorlege.

Ohnehin Renovation nötig

Die fürs Geschäft zuständige Polizei- und Militärdirektion äusserte zwar zuhanden des Grossen Rats Skepsis, dass das Gotthelf- Zentrum die anvisierte Besucherzahl von 6000 Personen pro Jahr erreicht. Dennoch sei dem Gotthelf-Zentrum eine Chance zu gewähren. Das Pfarrhaus im Besitz des Kantons müsste ohnehin für 1,25 Millionen Franken saniert werden.

Schwierigkeiten bei Gesamtausgabe

Bei seinem Entscheid liess sich das Kantonsparlament offensichtlich auch nicht beeinflussen von einem Bericht in der Zeitung «Der Bund». Sie berichtete kürzlich von grossen Schwierigkeiten bei der Erstellung der Historisch-Kritischen Gesamtausgabe.

Kommissionssprecher Ruedi Löffel sagte vor dem Grossen Rat, der Entscheid sei mit der Hoffnung verbunden, dass die dafür verantwortliche Stiftung gegründet und die fehlenden Dokumente in Privatbesitz erschlossen werden könnten. (bs/sda)

Erstellt: 25.11.2010, 11:26 Uhr

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