Kanton plant Velobrücke Breitenrain–Länggasse

Von Daniel Vonlanthen. Aktualisiert am 06.07.2009

Die für Velofahrende gefährliche Strecke zwischen Länggasse und dem Nordquartier soll mit einer Velobrücke entschärft werden.

Velofahrende in der Stadt Bern müssen auf dem Weg zwischen Länggasse und dem Nordquartier Höhenunterschiede überwinden und gefährliche Verkehrsknoten passieren. Nach den Plänen von Bund und Kanton soll diese Strecke bald entschärft werden – mit dem Bau einer Velobrücke über die Aare. Im Agglomerationsprogramm sind hierfür sechs Millionen Franken vorgesehen; der Bund hat dem Projekt höchste Priorität eingeräumt.

Mitglieder des Berner Stadtrats wollen das Projekt vorantreiben: In einem interfraktionellen Postulat verlangen Stefan Jordi (sp/juso), Aline Trede (gb/ja), Daniel Klauser (gfl/evp) und Michael Köpfli (glp) ein klares Bekenntnis der Stadt zur neuen Fuss- und Velobrücke. «Die Haltung der Stadt ist unklar», sagt Erstunterzeichner Jordi, der Präsident von Pro Velo Bern ist. Jordi wundert sich, dass die Velo fahrende Gemeinderätin Regula Rytz (gb) als Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün bislang keine klare Stellungnahme abgegeben hat. Im ersten Entwurf des Richtplans Veloverkehr der Stadt Bern war die Brücke zunächst nicht aufgeführt.

Lücke im Verkehrsnetz

Der Gemeinderat soll gemäss der parlamentarischen Forderung darlegen, «wie sich ein solches Projekt in den Aareraum integrieren lässt» und welchen Anteil an den Kosten die Stadt zu übernehmen habe. Mit dem Bau der Brücke würde «eine der grössten Lücken im städtischen und regionalen Veloverkehrsnetz» geschlossen, schreiben die Postulanten. Die Velofahrenden könnten die gefährlichen Abschnitte Lorrainebrücke, Schützenmatte und Henkerbrünnli umfahren. Mit der Inbetriebnahme des Neufeldtunnels werde das Unfallrisiko beim Henkerbrünnli noch zunehmen. «Eine sichere Alternative ist dringend nötig.»

Die kantonale Fachstelle Velo unter dem damaligen Leiter Oskar Balsiger (sp) hatte die Schliessung der Netzlücke durch die erwähnte Hochbrücke vorgeschlagen; die Idee wurde im kantonalen Richtplan Veloverkehr aufgenommen. Der Nutzen wurde als gross bezeichnet: Im Umkreis von zwei Kilometern der Brückenköpfe leben insgesamt gegen 60000 Einwohner. Daraus errechneten die Planer ein Nachfragepotenzial von rund 7000 Fahrten pro Tag.

Ein Projekt des Kantons

Ulrich Seewer, Leiter Gesamtmobilität bei der kantonalen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion, bestätigte auf Anfrage, der Kanton treibe die Planung der Hochbrücke voran. Die Behörde werde nach den Sommerferien darüber informieren. Es seien keine Beiträge der Stadt vorgesehen. Der Bau der Brückenköpfe in der Länggasse und in der Lorraine sei mit den Quartierplanungen sowie mit der geplanten SBB-Brücke neben dem Lorraineviadukt kompatibel.

Die Hochbrücke wäre ein Instrument zur Förderung der nachhaltigen Mobilität, zeigt sich Jordi überzeugt. Andere Regionen hätten es vorgemacht: Basel etwa habe mit der Dreiländerbrücke die längste Fuss- und Radwegbrücke der Welt gebaut. (Der Bund)

Erstellt: 06.07.2009, 07:55 Uhr

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