Juso boykottiert Näfs Wahl
Aktualisiert am 19.08.2010 1 Kommentar
In einer Medienmitteilung vom Donnerstag spricht die Juso klare Worte: «Ein Politiker, der sich wie Näf bei der Diskussion um Killergames offen gegen die Jugend stellt, ist eine ungeeignete Wahl, um die Berner Sozialdemokratie in die Zukunft zu führen.» Er habe einen grossen Teil der Jugendlichen als potentielle Amokläufer bezeichnet und damit schade er dem Image der Juso und der SP, sagt Tanja Walliser, Stadträtin der Juso Bern.
Roland Näf hat am Donnerstagmorgen vom Widerstand der Juso gegen seine Wahl zum Präsidenten erfahren. Er spricht von einem Missverständnis: «Ich wollte zu keiner Zeit die Konsumenten von Killergames, also die Jugendlichen, kriminalisieren. Es ging darum, dem Handel Grenzen der Spiele zu setzen», sagte Näf auf Anfrage der bernerzeitung.ch. Zudem sei das Thema Killergames nicht mehr zuoberst auf seiner Prioritätenliste.
Parteileitung soll über die Bücher
Roland Näf sieht in seiner Nominierung als zukünftiger Präsident der SP des Kantons Bern trotz Widerstand der Juso keine Probleme. «Wir haben in einem Thema Differenzen, einen Präsidenten oder eine Präsidentin zu finden, der oder die mit jedem Thema einverstanden ist, wird sehr schwierig», sagt Näf.
Die Juso wünsche sich ein Präsidium, das die Jugendlichen vertritt, Näfs Positionen seien diskriminierend. «Wir wollen, dass die Parteileitung für die Präsidentenwahl noch einmal über die Bücher geht», sagt Walliser. Sie fordern alle Delegierten auf, am Parteitag vom 1. September gegen Roland Näf als Parteipräsidenten zu stimmen und die Findungskommission noch einmal auf die Suche zu schicken. Am nächsten Freitag, 27. August ist Roland Näf zu einem Hearing bei der Juso des Kantons Bern eingeladen. Dort hat er die Möglichkeit, von seiner Nomination zu überzeugen. «Meine Aufgabe als zukünftiger Präsident wird es sein, eine Streitkultur zu schaffen, in der unterschiedliche Meinungen Platz haben und Diskussionen möglich sind», sagt Näf. (tan/pd/)
Erstellt: 19.08.2010, 15:07 Uhr
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Jonas Zürcher
Lieber Herr Näf Sie scheinen sich ja schon sehr gemässigt zu haben. Ihre Argumentation gegen Killergames hält nun aber gar nicht mehr. Nichts gegen das Gamen zu haben, aber den Verkauf einschränken? Willkommen im 21. Jahrhundert... Antworten