Bern
«Inside Bern»: Neues Touristenmagazin lanciert
Von Hanna Jordi. Aktualisiert am 12.11.2009
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Eine Stadt, die etwas auf sich hält, versorgt ihre Touristen mit ansprechend verpackten Informationen. Nun ist es ein Privater, der dieses Angebot für die Besucher Berns erweitert: Seit zehn Tagen ist das Touristenmagazin «Inside Bern» kostenlos erhältlich. Herausgeber ist der umtriebige SVP-Stadtrat und «Kari’s Bistro»-Wirt Peter Bühler.
Der Turm und seine Bewandtnis
Bislang erhielten die Touristen an den Theken der Touristeninformationen das Magazin «Bern wirkt Wunder» und den «Bern Guide» ausgehändigt. Deren Spektrum an Sehenswertem und Wissenswürdigem will Bühler mit seiner Publikation nicht unbedingt erweitern, dafür aber vertiefen: «,Inside soll Touristen Aktuelles und Hintergründiges über Bern vermitteln», sagte er im Rahmen der Erstausgabenpräsentation in seinem Lokal. An den Publikationen von Bern Tourismus hätten ihm die tiefer gehenden Einblicke gefehlt. Speziell gewundert habe er sich ob der stichwortartigen Abhandlung des Zytglogge-Turms: «Klar, man sieht den Zytglogge, aber was hat es mit dem Turm für eine Bewandtnis?», habe er sich gefragt.
Unterstützt von Stadt, Bern Tourismus, Berner Hotellerie, Gastroverband und Flughafen Bern-Belp lancierte Bühler das fast hundertseitige Magazin, das zweimal jährlich in einer Auflage von 50 000 erscheinen wird. Dabei decken die Einnahmen aus den Inseraten lokaler Unternehmen und Institutionen die «im fünfstelligen Bereich angesiedelten» Kosten des Magazins. Erhältlich ist es bei allen Inserenten, in Bühlers Bistro, Bern Tourismus – und bei Reiseveranstaltern im Ausland.
Lassen Sie sich verzaubern!
Die Politprominenz habe sich nicht lange bitten lassen, sagt Bühler, als er ihr im Vorwort eine Plattform bot. Es begrüssen auf den ersten Seiten nun Stadtpräsident Alexander Tschäppät (O-Ton: «Pro Jahr gibt es hier 1600 Stunden Sonnenschein») und Bundesrat Ueli Maurer (Fokus: das politische Zentrum der Schweiz) den «Touri». In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und Bern Tourismus sind die Texte über Berner Institutionen wie Zibelemärit, Fasnacht oder das Bundeshaus entstanden. Auch die altehrwürdige Berner Prominenz wird porträtiert: Hodler, Einstein, Loosli finden Beachtung, aber auch – klar – Dällenbach Kari. Zwischen den deutsch und englisch verfassten, durchwegs schön bebilderten Beiträgen stehen jene Texte, die jeweils erahnen lassen, aus wessen Feder sie stammen: Die im Layout der übrigen Beiträge gehaltenen Werbereportagen greifen Themen auf wie «Ein Tag im Westside» oder «Ramseier – die Kraft der Natur». Erkennbar sind die PR-Reportagen an der exzessiven Verwendung von Ausrufezeichen, gepaart mit dem Imperativ des Werbers: «Lassen Sie sich ein mit dieser Fülle von Sehenswertem!» oder «Geniessen Sie erholsame Momente!»
Streckenweise wird ersichtlich, dass die Zeitspanne zwischen der Projektierung im Februar und dem Druck des Magazins im Oktober etwas knapp bemessen war. Im Abschnitt über Bern und seine Bären etwa verweist ein Text auf die «kürzlich» erfolgte Bärengrabensanierung (1995). Und während laut «Inside» im Bärenpark fälschlicherweise «russische Jungbären» hausen, ist die effektive Bärenparkbewohnerin Björk noch im Dählhölzli angesiedelt.
Den von Bern Tourismus schuldig gebliebenen Einblick in Anatomie und Geschichte des Zytglogge liefert Bühlers Erstausgabe aber nach: Ein Artikel widmet sich ausführlich der astronomischen Uhr des Turms. (Der Bund)
Erstellt: 12.11.2009, 08:41 Uhr
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