Im Profil: «Mehr dahinter als Krieg führen»
Von Martin Zimmermann. Aktualisiert am 15.03.2010
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«Die Oger sind ein wildes Kriegervolk, ein bisschen wie die Mongolen zu Dschingis Khans Zeiten – nur dass sie über drei Meter gross sind. Das ist mein Lieblingsvolk im Strategiespiel Warhammer. Die düstere Welt des Spiels wird von Fantasy-Figuren wie Elfen, Zwergen, Rittern und eben den Ogern bevölkert. Diese sind in unserer Welt aber nur rund fünf bis zehn Zentimeter gross und bestehen aus Zinn oder Plastik. Ich bin schon seit gut acht Jahren Warhammer-Fan. Seit 2007 führe ich den Fantasy-Laden Zwergenschmiede in der Berner Altstadt. Wir haben uns hier auf alles rund ums Warhammer-Universum spezialisiert: Spielfiguren, Regelbücher, Poster und so weiter.»
«Wie kann man einem Neuling erklären, wie Warhammer funktioniert? Nun, es handelt sich um ein rundenbasiertes Strategiespiel – fast wie Schach. Als Spielfeld dient meistens ein Tisch. Darauf bewegen die Spieler ihre Fantasy-Armeen. Bei jedem Zug wird ausgewürfelt, wie weit sich die einzelne Figur bewegen darf, welchen Schaden sie im Kampf verursacht oder welchen sie einsteckt. Das Ziel einer Partie: Vernichte die Armee des Gegners. Die Schlachten können Stunden dauern. Die Regeln sind sehr komplex und erlauben viele taktische Winkelzüge. Das macht den Reiz der Partien aus. Aber es steckt viel mehr dahinter, als bloss Krieg zu führen. Die Burgen und Hügel auf dem Spielfeld, die einzelnen Figuren: Alles kann beliebig bemalt und umgebaut werden. Am Ende hat man seine ganz persönliche Streitmacht. Ausserdem gibt es zu jedem Volk eine ausführliche Hintergrundgeschichte, die ständig erweitert wird. Das Warhammer-Hobby ist sehr kreativ und vielseitig.»
«Inzwischen gibt es auch viele andere Spiel-Universen, die auf dem gleichen Prinzip aufbauen: Warhammer 40 000 zum Beispiel. Das ist die futuristische Version von Warhammer. Sie spielt im vierzigsten Jahrtausend nach Christus. Statt mit Schwertern, Äxten und Zaubersprüchen gehen die Armeen hier mit Panzern, Raumschiffen und Laserwaffen aufeinander los.»
«Warhammer und Konsorten gibt es seit über 30 Jahren. Das Spiel stammt ursprünglich aus England und hat sich mittlerweile über die ganze Welt verbreitet. Trotzdem ist es ein Nischenprodukt geblieben. Das Regelwerk ist nun mal sehr komplex, und die Figuren sind teuer. Aber gerade unter den Jungen wird Warhammer immer populärer, weil Fantasy seit dem Erfolg von «Herr der Ringe» im Kino wieder in ist. Ausserdem verkaufen wir in der Zwergenschemiede nicht bloss Spielezubehör: Wir veranstalten auch regelmässig Turniere und Probespiele für Einsteiger, wo ihnen erfahrene Spieler die Regeln beibringen. So fühlt sich der Nachwuchs nicht alleingelassen.» (Der Bund)
Erstellt: 15.03.2010, 12:09 Uhr
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