Bern

Im Profil: «Bisher 5500 Arten erfasst»

Paul Imboden erstellt Webpages unter dem Namen Dr. PI. Der Biochemiker gehört zu den «Freunden der Zahl Pi» und war Tuberkuloseforscher.

Paul Imboden (52) wohnt und arbeitet in Zollikofen. (Adrian Moser)

Paul Imboden (52) wohnt und arbeitet in Zollikofen. (Adrian Moser)

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«Zu meinem 10-Jahr-Firmenjubiläum habe ich in der Kulturfabrik Zollikofen die weltweit erste Webissage veranstaltet. Wenn man dieses Wort googlet, wird man auf meine Homepage verwiesen. Aus den vielen Internetseiten, die ich gestaltet habe, wurde eine Ausstellung. Da hat sich vieles angesammelt, vom Webarchiv des Elternrats Zollikofen über den Internetauftritt des Biochemischen Instituts der Uni Zürich bis zum Bloobook, einer Liste von Tier- und Pflanzenarten. Das ist eines meiner Herzensprojekte, mit dem ich mich schon seit fünf Jahren intensiv befasse. Bisher habe ich 5500 Arten erfasst, systematisch geordnet und verlinkt. Ich liebe Listen, die Namen dieser Arten habe ich in verschiedenen Sprachen erfasst, zum Teil auch auf Chinesisch.

Meine Firma Bioconsulting habe ich gegründet, weil es vor zehn Jahren schwierig war, eine neue Stelle als Wissenschaftler zu finden. Mit meiner Frau und den drei Kindern kam ich damals nach zwei Jahren an der Stanford University aus den USA in die Schweiz zurück. Stanford ist ein Paradies für Forscher. Meine Stelle danach, an der Uni Bern, war befristet, darum fasste ich den Entschluss, parallel dazu eine Firma zu gründen. Ich war in der Tuberkuloseforschung tätig. Die Tuberkulose ist auch heute noch einer der drei grössten Killer auf der Erde, zusammen mit Malaria und Aids. Die Dritte Welt hat aber nicht die Möglichkeiten und die wissenschaftlichen Ressourcen, um das Problem zu lösen. In der Schweiz ist es umgekehrt: Tuberkulose ist kein vordringliches Gesundheitsproblem, aber wir hätten die Ressourcen und das Forschungspotenzial.

Wegen der Anfangsbuchstaben meines Namens und meiner Liebe zur Zahl Pi nenne ich mich auch Dr. PI. Das Einzige, was Bestand hat, sind Namen und Titel. Das kann man nicht mehr wegwaschen. Ich gehöre zu den «Freunden der Zahl Pi». Ich will ein Podcast mit den ersten 10 000 Ziffern dieser Zahl, die unendlich viele Stellen nach dem Komma aufweist, ins Netz stellen. Auch den genetischen Code des Tuberkulose-Erregers habe ich aus Datenbanken entnommen und in Buchform ins Internet gestellt. Als der Code bekannt war, erforschten Wissenschaftler die dreidimensionale Struktur der Moleküle. Ich habe eine Galerie der bisher erforschten Moleküle gemacht. Damit will ich, was in wissenschaftlichen Datenbanken verborgen ist, ans Licht holen und sichtbar machen.

Zu meinen Hobbys gehören Musik und Sport. Ich nehme jedes Jahr an einem bis drei Marathonläufen teil. Dann habe ich einen Grund, das Jahr über zu trainieren. Am liebsten habe ich den Marathon in Lausanne Ende Oktober. Nun habe ich mir das Ziel gesetzt, an einem Triathlon teilzunehmen. Ich trainiere Crawl und habe mir auch ein neues Velo gekauft.

Ich habe in verschiedenen Chören gesungen. Im Moment mache ich beim Voixlà Esemble Bern mit. Wir haben ein vielfältiges Repertoire, das von isländischen Liedern bis zu Berner Volksliedern und kirchlichen Gesängen reicht. Wir haben keinen Dirigenten, sondern einen Coach. Wir ziehen es vor, uns selber zu organisieren.»

(Der Bund)

Erstellt: 01.03.2010, 09:42 Uhr

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