Hotel Schweizerhof will an die Spitze
Von Markus Dütschler. Aktualisiert am 22.06.2011
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Nicht jeder Gastgewerbebetrieb erhält bei der Neueröffnung Besuch vom Stadtpräsidenten. Doch das Hotel Schweizerhof ist nicht irgendein Hotel, sondern ein Name mit 162-jähriger Geschichte. Zudem hat nach der Schliessung des Hotelbetriebs 2005 kaum jemand damit gerechnet, dass dieser je wieder eröffnet würde, zumal die damaligen Verantwortlichen unmissverständlich sagten, Hotelpläne seien «definitiv vom Tisch». Zum Glück heisst definitiv nicht immer definitiv. Es fand sich ein Investor im Emirat Katar, der die Eignerin Rosebud (vormals Richemond) von der kapitalintensiven Immobilie befreite. Die potenten arabischen Geldgeber, ein Staatsfonds, überarbeiteten ein bereits bestehendes, aber nie umgesetztes Renovationskonzept. Im vordergründig historisch wirkenden Bau von 1913, unter dessen Oberfläche sich moderne Betonelemente befinden, gab es viel zu tun. Ob sich der Aufwand lohnen würde, war fraglich.
Denkmal – denk mal!
Der städtische Denkmalpfleger Jean-Daniel Gross sagte gestern an der Medienkonferenz im restaurierten Salon Trianon, er habe – den Begriff Denk-Mal wörtlich nehmend – sinniert, wie das Hotel mehr Zimmer bekommen könnte, sodass sich ein Betrieb lohnt. Im Dachgeschoss realisierte man ein Dutzend zusätzliche Zimmer. Hoteldirektor Michael Thomann sagte, es habe mit dem Denkmalpfleger «einfachere und schwierigere Diskussionen» gegeben. Das Projekt betreut hat Bruno H. Schöpfer, Ex-Mövenpick-Chef und weltweit tätiger Hotelexperte. Am Rande der Hotelpräsentation räumte der gebürtige Luzerner ein, die während der Bauphase immer wieder auftretenden Überraschungen seien «ganz verreckt» gewesen.
Ursi National – Gotti in allen Lagen
Übermorgen ist die Grand Opening Night. Als «Gotti» des Hotels wird das junge Berner Model Julia Saner zugegen sein. Und Ursula Andress. «Ursi National» setzte schon 1999 der 145-Jahr-Fete ein Glanzlicht auf. Dennoch soll Jean-Jacques Gauer, Spross der legendären Hoteliersfamilie, damals geschwant haben, dass jenes rauschende Fest so etwas wie ein schickliches Begräbnis für den alten Schweizerhof sein würde. Es sollte kein Ende für immer sein. (Der Bund)
Erstellt: 22.06.2011, 07:54 Uhr
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