Globetrotter holt Reisende aus Indien zurück

Nach der Unwetterkatastrophe im indischen Ladakh holt der Berner Reiseveranstalter Globetrotter 14 Touristen zurück in die Schweiz.

Im indisch kontrollierten Kashmir-Gebiet Ladakh wurden weite Teile überschwemmt. (Keystone)

Im indisch kontrollierten Kashmir-Gebiet Ladakh wurden weite Teile überschwemmt. (Keystone)

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Eine zehnköpfige Reisegruppe und vier weitere Individualreisende, die Anfang August mit dem Berner Reiseveranstalter Globetrotter Tours in die nordindische Region Ladakh gereist sind, sollen heute Mittwoch in die Schweiz zurückkehren. «Die Gruppe fliegt über Nacht von Delhi nach Zürich», bestätigte gestern Ruedi Bless vom Partnerbüro Globotrek auf Anfrage.

Die schweren Überschwemmungen vom 6. August hatten die geplante dreiwöchige Reise verunmöglicht. Aufgrund der Reisewarnung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und der Lageeinschätzung vor Ort habe man sich dazu entschlossen, die 14 Schweizer – darunter auch vier Berner – in die Heimat zurückzuholen. Weitere Reisen ins Krisengebiet seien nicht geplant, bis die Reisewarnung des EDA aufgehoben werde.

Es bestand keine Lebensgefahr

«Die Entscheidung haben wir nicht aufgrund von Sicherheitsbedenken getroffen», sagt Thomas Zwahlen, Führer der Reisegruppe. Während des Unwetters habe sich die Gruppe im sicheren Teil der schwer in Mitleidenschaft gezogenen Hauptstadt Leh aufgehalten. Von dort aus hätte die Reise über das Rupshu-Hochplateau nahe der tibetischen Grenze führen sollen – eine Route, welche die einheimischen Nomaden benutzen, um Salz in die Provinz Zanskar zu bringen. Weil aber wichtige Verkehrswege unterbrochen waren und die Kommunikation weitgehend zusammengebrochen war, habe man in der Gruppe beschlossen, das Unterfangen abzubrechen.

Reiseführer hilft im Krisengebiet

Zwahlen selbst will bis auf weiteres im Katastrophengebiet bleiben. Der profunde Kenner der Region, der auch die ladakhische Sprache beherrscht, arbeite dort eng mit der schweizerischen Botschaft zusammen. «Weil ich auch abgelegene Täler kenne, kann ich dabei helfen, mögliche Aufenthaltsorte für vermisste Individualtouristen zu identifizieren», sagt Zwahlen. Die Evakuation von ausländischen Feriengästen laufe inzwischen auf Hochtouren. Täglich würden vom Kleinflughafen der Stadt um die 100 Ausländer die Heimreise antreten. In den ersten drei Tagen unmittelbar nach der Katastrophe waren Helikopterflüge wegen des schlechten Wetters nicht möglich gewesen.

Vermisste melden sich

Die Lage rund um die Stadt Leh sei indes daran, sich zu beruhigen: In den Strassen der Stadt herrsche «business as usual», die Pegel hätten sich wieder gesenkt und die Kommunikation funktioniere zumindest zeitweise. Zudem meldeten sich laufend vermisste Personen bei den Behörden und Botschaften. Und doch sei eine Normalisierung auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht absehbar: «Das war zweifellos eine Jahrhundertkatastrophe», sagt Zwahlen. (Der Bund)

Erstellt: 11.08.2010, 07:55 Uhr

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