Gamaschen und Matrosenanzüge

Das Tanzfestival «Leapin’ Lindy» liess die Atmosphäre der New Yorker Ballsäle der 30er- und 40er-Jahre wieder aufleben.

Im Lindy Hop mag es zwar keine Fehler geben – für solche Choreografien braucht es trotzdem viel Übung. (Marcel Bieri)

Im Lindy Hop mag es zwar keine Fehler geben – für solche Choreografien braucht es trotzdem viel Übung. (Marcel Bieri)

Stichworte

«Im Lindy Hop gibt es keine Fehler – nur neue Tanzschritte.» Mit dieser einfachen Feststellung erklärt Reto Hosner den Erfolg des Lindy Hop. Der New Yorker Tanzstil hatte seine Blütezeit zwar in den 1930er und 40ern. In den letzten zehn Jahren erlebte er aber ein beachtliches Revival. Davon zeugt auch der wachsende Erfolg des Berner Tanzfestivals «Leapin’ Lindy», welches Hosner mitorganisiert: Das diesjährige «Leapin’ Lindy» zog so viele Interessierte an wie noch nie, so Hosner. Nach seinen Angaben strömten am Wochenende rund 500 Besucher in die Tanzkurse und an die Partys des Festivals.

Als Höhepunkt des nunmehr siebten «Leapin’ Lindy» lockte am Samstagabend die «Big Swing Night» die Tanzbegeisterten ins Hotel National – viele von ihnen in passender Kleidung: Gamaschen, Matrosenanzüge und gepunktete Röcke beschworen im Zusammenspiel mit den swingenden Melodien von Grössen wie Frank Sinatra oder Louis Armstrong die Atmosphäre der New Yorker Ballsäle der 30er- und 40er-Jahre.

Kleine Erfolge – trotz Schwindel

Lindy-Hop-Neulinge hatten im Vorfeld des Anlasses Gelegenheit, sich in einem Crashkurs die Grundkenntnisse des Paartanzes anzueignen. Grundprinzip des Paartanzes ist die Rollenteilung zwischen dem «Leader», der die Tanzschritte bestimmt, und dem «Follower», welcher sie nachvollzieht.

Erfahrene Tänzerinnen und Tänzer zeigten im Anschluss an den Crashkurs, welche abenteuerlichen Choreografien auf dieser Basis entstehen können. Davon konnten die Neulinge allerdings nur träumen: Sie hatten vorderhand mit dem Schwindel zu kämpfen, den die zahlreichen Drehungen verursachten. Unglücklich brauchte trotzdem niemand nach Hause zu gehen. Dank der grossen stilistischen Freiheit, die der Tanzstil gewährt, stellten sich im Laufe des Abends nämlich auch bei den grössten Tanzmuffeln kleine Erfolge ein – ganz nach dem Motto: Im Lindy Hop gibt es keine Fehler.

Als Lindy über den Atlantik hüpfte

Der Name Lindy Hop soll übrigens auf den Luftfahrtpionier Charles Lindbergh zurückgehen. Als dieser 1927 den Sprung über den Atlantik schaffte, erblickte in New York der neue Tanzstil das Licht der Welt. In Anlehnung an diesen «Hop over the Atlantic», wie die Zeitungen damals titelten, nannten ihn die Tänzer den Lindy Hop. (Der Bund)

Erstellt: 15.02.2010, 08:11 Uhr

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