Freiheitskämpfer Zygmunt Stankiewicz gestorben
Der aus einer aristokratischen litauischen Familie stammende Stankiewicz wurde zu Beginn des Zweiten Weltkriegs von den Russen gefangengenommen, flüchtete dank gefälschten Papieren nach Frankreich, wo er weiter gegen die Deutschen kämpfte.
Als Stankiewicz' Einheit in die Schweiz ausweichen musste, gelangte er in die Schweiz, betreute an der ETH Zürich als Assistent polnische Architekturstudenten, wollte 1942 in England gegen die Deutschen weiterkämpfen, wurde aber gefasst und konnte nicht ausreisen.
So blieb er in der Schweiz, lernte hier seine Frau Catherine von Ernst kennen und wurde so Mitbesitzer des Schlosses Muri. Dem Freiheitskampf der Polen bis zur Befreiung vom Kommunismus widmete er in der Orangerie des Schlosses ein kleines Museum.
Stankiewicz verdiente seinen Lebensunterhalt zuerst als Arbeiter in einer Beleuchtungsfabrik und eröffnete später selber ein Lampen- und Beleuchtungsunternehmen. 1968 stellte der frühere Kunststudent in Krakau sein künstlerisches Schaffen in der Berner Kunsthalle aus.
Im Jahr 2000 erschien in Bern bei Benteli sein Buch «Schöpfung 2000 Tworzenie», das sein philosophisches und künstlerisches Werk zusammenfasst. Darin finden sich auch Stankiewicz' Ideen einer aus Metall gefertigten Stadt 460 Meter über der Stadt Bern - um den Verkehr zu vermindern und den Landverbrauch einzudämmen.
Nach kurzer Krankheit sei er eingeschlafen, teilte seine Familie am Dienstag mit. (el/sda/)
Erstellt: 02.03.2010, 12:34 Uhr
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