FDP und SP nominierten für den Bundesrat
Von sw/sda. Aktualisiert am 02.09.2010 2 Kommentare
Es war das letzte Traktandum des Abends – und es endete noch einmal mit gewaltigen Standing Ovations. Der SP-Parteitag nominierte gestern Abend einstimmig Ständerätin Simonetta Sommaruga als Kandidatin für den Bundesrat – und feierte die Kandidatin überschwänglich.
Sommaruga hatte zuvor in einer kurzen Rede ihre Motivation für das Amt dargelegt («Ich will in diesem Land etwas bewegen – und ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen»). Sie redete, wie man sie kennt: ruhig, konzentriert, überzeugt – und sie sprach vor allem die sozialen Themen an.
Als Sozialdemokratin, sagte sie, stehe sie ein für eine solidarische Gesellschaft, für Gerechtigkeit «und für eine Welt, die auch unseren Kindern und Grosskindern Gestaltungsmöglichkeiten lässt».
Sommaruga wählte meist zurückhaltende, aber auch einige angriffige Töne: Sie plädierte für das System der Konkordanz, aber sie erwähnte auch, dass sie sich als Konsumentenschützerin «mit den mächtigsten Lobbys in unserem Land» angelegt habe, insbesondere mit der Pharmaindustrie.
Armut, Diskriminierung und Ausgrenzung, beklagte Sommaruga, kämen auch in der Schweiz vor. Armut werde dabei immer noch häufig vererbt, und Bildung sei in unserem Land immer noch oft das Privileg der Privilegierten. «Das ist ein Armutszeugnis für unsere Wohlstandsgesellschaft.»
Schneider-Ammann von der FDP nominiert
Die Berner Freisinnigen haben Nationalrat Johann Schneider-Ammann offiziell und mit grossem Applaus zuhanden der FDP Schweiz als Bundesratskandidaten nominiert. Er stelle sich als Bundesratskandidat zur Verfügung, weil er einen wertvollen Beitrag zur Prosperität und zum Zusammenhalt im Land leisten wolle, sagte Schneider-Ammann vor der Parteiversammlung in Matten. Er stehe für Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Glaubwürdigkeit. Unabhängigkeit bedeute unter anderem auch, dass man die Schulden unter Kontrolle halte oder für künftige Generationen gar abbaue, betonte er.
Wichtig sei ihm zudem die Konkordanz. Als Unternehmer habe er oft leistungsfähige Teams formiert. Er wolle und müsse glauben, dass man auch an einem Regierungstisch offen und ehrlich miteinander umgehen könne. Nur so sei eine Regierung glaubwürdig. Auf die Schweiz kämen grosse Herausforderungen zu. Die anstehenden Verteilkämpfe «können wir nur mit vereinten Kräften parieren», sagte Schneider-Ammann.
Die Versammlung unterstützte Schneider-Ammanns Bundesratskandidatur mit grossem Applaus. Der Langenthaler ist seit 1999 Nationalrat. Als Politiker geniesst er Respekt bis ins linke Lager hinein. Schon vor der Wirtschaftskrise kritisierte er überrissene Boni und Löhne, während der Finanzkrise prangerte er das Geschäftsgebaren der Banken an. Die Kritik am Finanzplatz brachte ihm allerdings in seiner Partei nicht nur Sympathien ein. (Der Bund)
Erstellt: 02.09.2010, 07:40 Uhr
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2 Kommentare
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Martin Kaiser
Meiner Meinung nach ist die Berechnung für eine arithmetische Konkordanz falsch, weil die grössten Partein dabei zu Unrecht bevorzugt werden. Fairer wäre folgende arithmetische Variante: Jeden Partei mit über 10% Wähleranteil erhält einen Sitz im Bundesrat. Im zweiten Schritt werden diese "schon vergebenen" Prozente dem Wähleranteil abgezogen und die restlichen Sitze bekommen die Partien mit dem d Antworten