FDP und Jungfreisinnige Köniz schliessen sich zusammen
Von Christian Brönnimann. Aktualisiert am 03.05.2010
Stichworte
«Zwei Herzen schlagen in meiner Brust.» Dieser Ausspruch, frei nach Goethes «Faust», wird gerne verwendet, wenn es darum geht, schwierige Entscheide zu verkünden. Gestern hat sich der bisherige Präsident der Jungfreisinnigen Köniz, Bernhard Bichsel, des geflügelten Wortes bedient, um seine Gefühlslage auszudrücken. Bichsel hat die Politik der Jungfreisinnigen Köniz als deren Präsident geprägt. 16 Jahre nach der Gründung gehört die Partei nun der Vergangenheit an: Die Hauptversammlungen von FDP und Jungfreisinnigen haben einstimmig beschlossen, die beiden Parteien zusammenzuführen.
«Auch wenn es emotional nicht einfach ist, ist der Zusammenschluss rational gesehen der einzige Weg, um aus der Misere herauszukommen, in der wir uns derzeit befinden», sagte Bichsel vor den Medien. In den Gemeindewahlen vom letzten November haben FDP und Jungfreisinnige je einen Sitz im Parlament verloren. Der Wähleranteil ging insgesamt um 4,3 Prozentpunkte zurück. Bereits zu diesem Zeitpunkt sei die Idee einer Fusion diskutiert worden, erklärte Bichsel. Der endgültige Entscheid, den Parteimitgliedern die Fusion vorzuschlagen, sei aber erst nach den kantonalen Wahlen von Ende März gefallen. Bei den Grossratswahlen brach der FDP-Wähleranteil von 16,4 auf 10,3 Prozent ein. Nun gelte es, die Kräfte zu bündeln und gegen aussen eine liberale Stimme zu repräsentieren, so Bichsel.
Wechsel an der Parteispitze
Gleichzeitig mit der Fusion tritt der bisherige Präsident der FDP Köniz, Hans-Peter Kohler, von seinem Amt zurück. Er hatte den Posten vier Jahre lang inne. Dies bedeute aber nicht, dass er in Zukunft auf der politischen Ebene kürzertreten werde, sagte Kohler. Er bleibe im Vorstand der Partei und Mitglied im Könizer Parlament. Bei den Grossratswahlen landete Kohler zudem auf dem ersten Ersatzplatz. Er erachte die Wählerverluste nicht als persönliche Niederlage, sagte Kohler. Der Rückgang sei mit dem nationalen Trend zu begründen.
Die Parteimitglieder wählten den 31-jährigen Bichsel ebenfalls einstimmig zu Kohlers Nachfolger an der Parteispitze. Der Wechsel soll frischen Wind in die Partei bringen. «So ist sichergestellt, dass die Themen der Jungfreisinnigen in die fusionierte Partei einfliessen», sagte Bichsel. Man erhoffe sich mit den Neuerungen eine «positive Signalwirkung» auf den ganzen Kanton Bern.
Inhaltlich kein Kurswechsel
Nach eigenen Angaben verfügt die fusionierte FDP Köniz über rund 300 Mitglieder. Rund 10 Prozent stammen aus der Jungpartei. Hat sich der Zusammenschluss nicht allein deshalb aufgedrängt, weil der Nachwuchs fehlt? «Nein», sagte Bichsel. «Auch wenn uns die Türen nicht eingerannt werden, ist die junge Basis relativ solide.» Der Zwang liege im politischen Umfeld.
Inhaltlich ist von der FDP laut dem neuen Parteipräsidenten kein Kurswechsel zu erwarten. Sein Ziel sei es, dass die Parteiversammlung noch in diesem Jahr ein neues Programm verabschieden werde, erklärte Bernhard Bichsel. Ein solches fehle nämlich derzeit. Danach solle sich die Partei auf die definierten Kernthemen konzentrieren. Bichsel will zudem den Auftritt der Partei vereinheitlichen und auf die Linie der nationalen Mutterpartei bringen.
Mit der Fusion versucht die FDP Köniz, die Trendwende zu schaffen. Bichsels Zielvorgabe für die nächsten Gemeindewahlen im Jahr 2013: Den Sitz in der Exekutive halten und im Parlament den Wähleranteil von heute 17 Prozent auf 20 Prozent steigern. (Der Bund)
Erstellt: 03.05.2010, 10:57 Uhr
Bern
Remund führend in Werbetechnik
Kein Wunsch zu aufwendig, kein Format zu gross - Remund Werbetechnik löst jede Aufgabe mit modernster Technik.
Familie, Beruf und Studium
Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
Online-Wettbewerb
Jetzt mitmachen!: Gewinnen Sie einen Abend als Statist bei den Tellspielen Interlaken!





