Die jungen Könige der Berner Gastro-Szene

Von Simon Jäggi. Aktualisiert am 17.03.2010

Das ehemalige «Du-Nord»-Team übernimmt das Restaurant Burgunder an der Speichergasse in Bern – und mausert sich zur ernst zu nehmenden Grösse an der Beizen-Front.

Das Restaurant Burgunder (rechts im Bild) wie es auf Google Maps zu finden ist. (zvg)

Das Restaurant Burgunder (rechts im Bild) wie es auf Google Maps zu finden ist. (zvg)

«Die Nähe zur Kultur ist uns wichtig», sagt Michel Gygax. Gygax gehört zum Berner Gastrounternehmen KG Gastrokultur GmbH. Die fünf Junggastronomen führen bereits die beiden Restaurants Le Beizli in den Vidmarhallen – wo sich auch die zweite Spielstätte des Stadttheaters findet – und das Restaurant zum Schloss, das sich das Könizer Schlossareal unter anderem mit dem «Kulturhof» teilt.

Und nun hat sich die Gruppe noch ein weiteres Lokal angelacht: das Restaurant Burgunder an der Speichergasse 15. Eine kleine, schmucke Kneipe, die gleich neben dem Kulturzentrum Progr liegt. Damit entwickelt sich die Gastrokultur, der auch drei ehemalige «Du Nord»-Betreiber angehören, allmählich zu einer ernst zu nehmenden Grösse auf dem Berner Beizenplatz. Auch die Vinothek Weinerlei ist im Besitz der GmbH.

«Da wir fünf Leute sind, haben wir noch etwas gesucht, damit wir ausgelastet sind», sagt Gygax, der selbst zehn Jahre lang im «Bären Buchsi» gewirtet hat. Mehrere Gastrobetriebe zu führen, mache Sinn, sagt Gygax. Auch beim «Burgunder» liessen sich Synergien nutzen: Die Beiz verfügt nämlich nur über eine rudimentäre Küche, die Saucen etwa werden von den anderen Betrieben vorproduziert. Und auch beim Personal kann die Gastrokultur zwischen ihren drei Restaurants jonglieren.

Das Konzept der neuen Beiz im Burgunderhaus ist simpel: Sie hat keines. Im «Burgunder» geht es um das, worum es in einem Restaurant eigentlich gehen sollte: ums Essen und Trinken. Das kleine Lokal, das nur 25 Plätze hat, kommt ohne Lounge und sonstigen Schnickschnack der Erlebnisgastronomie aus. Beizen mit solch unprätentiösen Ansprüchen gebe es eben gar nicht mehr so viele, findet Gygax.

Auf der Speisekarte des «Burgunder» finden sich etwa spezielle Brote. Oder Pastateller, die rund 15 Franken kosten. Zudem setzt man auf besondere Biere und guten Wein. Damit will man zum Beispiel Leute abholen, die in den Progr an ein Konzert gehen.

Bis Anfang Februar war Antonaneta Weber Wirtin im Restaurant Burgunder. Der Mietvertrag sei auf gegenseitige Initiative hin aufgelöst worden, heisst es bei der Genossenschaft Burgunderhaus, der die Liegenschaft an der Speichergasse 15 gehört. Weber war gestern telefonisch nicht erreichbar.

Eröffnung morgen Donnerstag ab 16 Uhr, www.burg-under.ch (Der Bund)

Erstellt: 17.03.2010, 09:34 Uhr

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