Bern

Die Stadt Bern soll Hanf legal verkaufen

Hanf soll man in Bern künftig nicht mehr illegal beim Dealer kaufen, sondern legal bei einer offiziellen städtischen Verkaufsstelle.

Berner Stadträte möchten sich dem Zürcher Pilotprojekt für legalen Cannabis-Verkauf anschliessen. (Archiv: Michael Schneeberger)

Berner Stadträte möchten sich dem Zürcher Pilotprojekt für legalen Cannabis-Verkauf anschliessen. (Archiv: Michael Schneeberger)

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Hanf soll man in Bern künftig nicht mehr illegal beim Dealer kaufen, sondern legal – bei einer offiziellen städtischen Verkaufsstelle. Dies fordern einige Stadträte. «Die Stadt Bern soll ein Zeichen setzen», sagt etwa Juso-Stadträtin Tanja Walliser. Dementsprechend will man der Stadt Zürich folgen und bei deren wissenschaftlich begleitetem Pilotversuch für den öffentlichen Cannabis-Verkauf mitmachen. Heute vor einer Woche hat das Zürcher Stadtparlament grünes Licht für den Versuch gegeben und ein entsprechendes Postulat überwiesen. Das Postulat von zwei grünen Gemeinderäten fordert den kontrollierten Verkauf von Cannabis. Das Projekt soll wissenschaftlich begleitet werden. Zudem sollen Jugendliche präventiv unterstützt werden.

Ein Ansatz, von dem auch Walliser überzeugt ist. «In erster Linie ist dieser Pilotversuch positiv für die Prävention», sagt sie. Man könne die Jugendlichen besser erreichen, Daten erheben und wissenschaftliche Untersuchungen durchführen. Zudem sei sie der Meinung, dass «die Legalisierung endlich vorangetrieben werden muss».

Städte sollen Druck machen

Unterstützt wird sie von Aline Trede (Grünes Bündnis). Dass seit dem Scheitern der Hanf-Initiative am 30. November 2008 zu wenig Zeit vergangen ist, um das Thema wieder auf die politische Agenda zu bringen, glaubt Trede nicht. Zudem handle es sich primär um ein städtisches Problem. «Es würde Sinn machen, dass alle grösseren Städte das Problem zusammen anschauen», sagt sie. Damit könnte man Druck auf den Bund ausüben. Ein Vorstoss im Berner Stadtrat soll noch diese Woche folgen.

FDP-Stadtrat ist für Pilotversuch

Der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen (FDP) hat für dieses Vorgehen kein Verständnis. Er weist in einer Mitteilung darauf hin, dass das Schweizer Volk die Hanf-Initiative mit 63 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt habe. «Dies scheint in Zürich oder Bern schon vergessen gegangen zu sein», hält Wasserfallen fest. Die Städte planten eine Legalisierung des Cannabis-Konsums in Raten, «ganz so, als ob für diese Städte das nationale Gesetz nicht gelten würde». Wasserfallens Aufregung wird innerhalb der FDP aber nicht mehr von allen geteilt. Gemäss einem Bericht von «20 Minuten» befürwortet zum Beispiel FDP-Stadtrat Christoph Zimmerli einen wissenschaftlich begleiteten Pilotversuch zur Cannabis-Legalisierung.

Der Berner Stadtrat hat bereits vor vier Jahren einen Vorstoss zur Legalisierung des Cannabis-Konsums überwiesen. «Bern wird zur Hanfstadt Europas», befürchtete der damalige Stadtrat Christian Wasserfallen. Der Gemeinderat stand dem Anliegen zunächst wohlwollend gegenüber. Als der Wind im nationalen Parlament umschlug, änderte er seine Position. In seiner ablehnenden Antwort auf den Vorstoss wies der Gemeinderat darauf hin, dass der Bund Pilotversuche mit Cannabis nur unter «sehr strengen Auflagen» genehmige. (Der Bund)

Erstellt: 23.06.2010, 07:19 Uhr

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6 Kommentare

Peter Schütz

08.07.2010, 10:37 Uhr
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Wie geht's nun weiter? Wo kann man sich informieren? Wo wird Hanf legal verkauft? Ich würde jede legale Lösung der aktuellen Situation vorziehen - wenn nicht in Bern, dann halt in Zürich. Antworten


Nils Wimmer

24.06.2010, 08:52 Uhr
Melden 1 Empfehlung

@IANG: Wie es früher mit Holland der Fall war? Ist da etwa der Grossansturm der Holländer an der letzten EM gemeint? Halb Europa hat damals saufend Bern heimgesucht und niemand hat sich daran gestört. Im Gegenteil! Das beweist einmal mehr, wie die Volksdroge Alkohol geduldet, Cannabis aber geächtet wird. Absurd, denn die aufgeführten Argumente gegen Hanf kann man ebenso gegen Alkohol vorbringen. Antworten


Daniela Lutz

23.06.2010, 21:03 Uhr
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@Vögtli: Cannabis mag auf einzelne Personen eine antidepressive Wirkung aufweisen, nur gilt das leider nicht für alle, und zudem hat auch Cannabis nicht zu unterschätzende Nebenwirkungen. Die Idee Cannabis nur mit einem Rezept abzugeben ist mir persönlich sympathisch, scheint jedoch nicht die Idee des obengenannten Vorstosses zu sein. Antworten


Nicole Meier

23.06.2010, 20:38 Uhr
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Na toll, das Rauchen wird verboten überall, aber Kiffen darf man und dann soll die Allgemeinheit noch dafür aufkommen. Geits no? Antworten


Hans Peter Vögtli

23.06.2010, 13:53 Uhr
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Ich brauche Cannabis als natürliches Antidepressivum ohne Nebenwirkungen. Ich hätte gern, dass Cannabis von der Krankenversicherung bezahlt wird. Antworten


Joe lANG

23.06.2010, 09:06 Uhr
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Hanf soll nicht verkauft werden, darüber haben wir schon abgestimmt. Die Droge soll weder legal noch illegal auf den Markt kommen. Sonst haben wir bald halb Europa hier, wie es früher mit Holland der Fall war. Antworten



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