Die Dosen ziehn in die Stadt

Vom stillen Kämmerlein mitten ins Zentrum: Ab Samstag sind Karin und Tibet Yilmaz-Egger mit Laden und Atelier ihres Kleinmöbel-Labels «Rafinesse & Tristesse» an der Brunngasse zu Hause.

Die Basis aller Kreationen in Gastrogrösse: Karin Yilmaz-Egger und Tibet Yilmaz in ihrem Laden an der Brungasse.

Die Basis aller Kreationen in Gastrogrösse: Karin Yilmaz-Egger und Tibet Yilmaz in ihrem Laden an der Brungasse. Bild: Valérie Chételat

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Kinder scheinen im Hause Yilmaz-Egger eine magische Wirkung zu haben. Einst inspirierten sie ihre Mutter zum Prototypen der heutigen «Rafinesse & Tristesse»-Kinderküche und legten damit den Grundstein zum Label, heuer nun waren sie dabei, als die Eltern dem Traum vom eigenen Laden ein entscheidendes Stück näherkamen. Beim Spielen im Garten nämlich war es, als Karin Yilmaz-Egger ihre Liebsten vor knapp drei Monaten zwischen Schaukel und Schaufel wissen liess, jetzt sei die Zeit für einen Laden gekommen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie noch nicht, dass sie den Vertrag zu ebendiesem sieben Tage später in der Tasche haben sollte.

Eine kurze Internetrecherche hatte Tibet Yilmaz noch am Tag des Ausspruches zum Brunngass-Ladenlokal geführt und so jene Kette glücklicher Umstände in Bewegung gesetzt, an deren Ende die heutige Eröffnung steht. Der Ad-hoc-Charakter der ganzen Sache sei Glück und Herausforderung zugleich gewesen, bilanzieren die frischgebackenen Ladenbesitzer im Rückblick. «Zwar kamen wir ob der raschen Zusage mitunter ganz schön ins Schwitzen. Hätten wir jedoch mehrere Wochen Bedenkzeit gehabt, hätten wir am Ende doch wieder kalte Füsse gekriegt», sind sie überzeugt. Betrachte man das Unterfangen pragmatisch, kämen mehr Gründe dagegen als dafür zusammen, vor allem dann, wenn neben dem Label noch zwei Kinder und eine alternativmedizinische Praxis um Aufmerksamkeit buhlten.

Vermisster Direktkontakt

Geschafft haben sie es trotzdem, nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung von Familie und Freunden, und so feiert heute jener Laden seine Eröffnung, den die beiden in Gedanken schon oft betreten haben: kombiniert mit Atelier und Café-Ecke, eingerichtet mit den eigenen Möbeln, nach Lust und Laune um Produkte anderer Kreativschaffender ergänzt und so gelegen, dass er bei einem Hauptstadtbesuch – ohne Abstecher in ein Aussenquartier – im Zentrum Berns zu finden ist.

«Einzig mit der Café-Ecke müssen wir uns noch etwas gedulden. Da stecken wir mitten im Bewilligungsverfahren, hoffen jedoch, im Januar den ersten Kaffee servieren zu können.» Testverweilen indes lässt es sich auf den Hockern und Sitzbänken ab sofort, was den farbenfrohen Sitzgelegenheiten einige neue Fans bescheren dürfte. «Obwohl innen holzverstärkt und deshalb auch für Erwachsene gefahrlos zu benutzen, trauen den Hockern nicht alle auf Anhieb über den Weg. Hier können sie diese nun in Ruhe einem ersten unverbindlichen Praxistest unterziehen.»

Drängender als die skeptische Kundschaft sprach jedoch ein anderes Bedürfnis für die Ladenrealisierung: «Nach vier Jahren Werken im stillen Kämmerlein wollten wir unsere Kunden endlich persönlich kennen lernen und nicht länger nur über Zwischenhändler von ihnen erfahren», so Karin Yilmaz-Egger. «Zudem können wir im Direktkontakt viel besser auf individuelle Wünsche eingehen.»

Am richtigen Ort angekommen

Eine Sache, für die «Rafinesse & Tristesse»-Produkte geradezu prädestiniert sind. Basis aller Kreationen ist eine recycelte Olivendose in Gastrogrösse. Soll aus ihr ein Hocker werden, erhält sie einen gepolsterten und wahlweise Stoff- oder Wachsfolie-bezogenen Deckel; tritt sie ihr zweites Leben als Kinderküche oder -spüle an, werden mit kleineren Dosen und anderen Zusatzteilen Herd und Becken simuliert; ist hingegen eine Magnetwand gewünscht, wird sie an einer Kante aufgeschnitten und flachgezogen.

An Individualisierungsmöglichkeiten also fehlt es nicht. Dass sie bei Verfügbarkeit genutzt werden, zeigt der kürzlich in Berlin eröffnete Laden. Weil das Label einst hier seinen Anfang nahm und als Co-Produktion mit einer Berliner Freundin funktioniert, ist es bis heute zweifach beheimatet geblieben. Von ihrer neuen Berner Adresse sind Karin und Tibet Yilmaz-Egger genauso begeistert wie von jener in Berlin. «Es wird eine gewisse Anlaufzeit brauchen, aber wenn unsere Kundschaft und wir uns einmal hier eingelebt haben, dann sind wir richtig angekommen. Mit ihrem familiären Charakter ist die Brunngasse perfekt für unseren Laden.» (Der Bund)

Erstellt: 06.11.2011, 10:18 Uhr

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