Bern

Diamanten für Lokaljournalisten

Aktualisiert am 09.04.2011

Im Beisein von rund 700 Gästen sind gestern im Berner Stadttheater die mit je 20'000 Franken dotierten Medienpreise der Fondation Reinhardt von Graffenried verliehen worden.

Sabine Kuster (Aargauer Zeitung: Mitte) erhält den Preis in der Kategorie Print. (Franziska Scheidegger)

Sabine Kuster (Aargauer Zeitung: Mitte) erhält den Preis in der Kategorie Print. (Franziska Scheidegger)

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Medienpreisverleihung im Berner Stadttheater 2011

Medienpreisverleihung im Berner Stadttheater 2011
Der Zweitplatzierte am gestrigen Abend in der Kategorie Sport, David Wagnières, hat einen «Mixed-Martial-Arts»-Kampf fotografiert.

Stichworte

Gestern Abend fand im Berner Stadttheater die 1. Preisverleihung des Schweizer Medienpreises für Lokaljournalismus (ehemaliger BZ-Preis) statt. Die Preisträger heissen Sabine Kuster (Print), Stefan Kohler (Radio), Matthias Achermann (TV) und Christian Lutz (Swiss Press Photo). In der Kategorie Online konnte kein Preis vergeben werden. Die Preisträger konnten je 20'000 Franken und einen Diamanten entgegennehmen.

Versteckte Kamera am Schützenfest

Sabine Kuster («Aargauer Zeitung») erhielt den Preis in der Kategorie Print für ein «äusserst ambitioniertes Reportageprojekt» (Jury). Sie hatte anlässlich des Europäischen Jahres der Armut innerhalb eines Jahres fünf Mal die gleiche Familie besucht. Das Resultat sei «sinnlich, anschaulich und vor allem: nie larmoyant», begründete die Jury ihre Wahl.

Stefan Kohler hat für das «Regionaljournal» auf DRS 1 einen Beitrag über die Örgeli-Familie Äschbacher verfasst. Vater und Sohn erhielten den Langenthaler Kulturpreis, jeweils für ihr eigenes Schaffen. Der Beitrag zeigt auf, wie es in der Familie zum Zerwürfnis kam und warum sich trotzdem beide in eine ähnliche Richtung entwickelt haben. «Ein Stück Poesie, wunderbar erzählt mit gelungener Dramaturgie durch Musik», urteilte die Jury. Für seinen Beitrag über das Schützenfest in Aarau auf Tele M1 setzte Matthias Achermann eine versteckte Kamera ein. Mit dieser dokumentierte er gravierende Sicherheitsmängel, indem er Waffen und Munition behändigte. Damit hat er im Urteil der Jury «erstaunliche Sachverhalte zu einem hochaktuellen, relevanten Thema» aufgedeckt.

Kein Preis für Online-Journalisten

Die Eingaben zum Online-Preis im Lokaljournalismus zeigten ein anderes Bild und führten die Jury schliesslich dazu, keine Nomination auszusprechen, wie Online-Jurypräsident Jodok Kobelt an der Preisverleihung ausführte. Die diesjährige Nichtvergabe des Preises solle eine Aufforderung an alle Journalistinnen, Verleger, aber auch Leserinnen und Web-Surfer sein, sich aktiver mit den Ausdrucksformen des noch jungen journalistischen Umfelds zu beschäftigen. Der Swiss-Press-Photo-Preis ging an Christian Lutz für eine Reportage aus Nigeria. Der Swiss Press Photo Lifetime Achievement Award ging an den Fotografen René Burri. Er ist der weltweit bekannteste Schweizer Fotoreporter seiner Generation und hat auf allen Kontinenten fotografiert. (pd)

Erstellt: 09.04.2011, 12:37 Uhr

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