Deutscher Mäzen finanziert Uni-Stelle

Dank dem 70-jährigen Horst Merk kann fünf Jahre lang kunstgeschichtliche Forschung betrieben werden.

Zufälle prägen die Geschichte: Nach einem erfüllten Berufsleben als Analyst einer Grossbank wollte Horst Merk nochmals etwas ganz Neues tun. In den Neunzigerjahren schrieb er sich darum bei der Ludwig-Maximilians-Universität in München ein und besuchte fortan Kunstgeschichts-Seminare. Vom Dozenten Thomas Dittelbach war Merk geradezu begeistert.

Vor zwei Jahren übernahm Dittelbach dann eine Stellvertretung am Institut für Kunstgeschichte an der Universität Bern. Nach Ende der Stellvertretung bemühte sich das Institut, Dittelbach in Bern zu behalten, und wurde beim unterdessen 70-jährigen Merk vorstellig. Laut Norberto Gramaccini, Direktor der Abteilung Ältere Kunstgeschichte, war dieser sofort begeistert von der Idee, für Dittelbach eine Forschungsstelle für Mittelmeerstudien in Bern einzurichten. Diese soll sich nun vor allem mit den Hafenstädten im Mittelmeerraum beschäftigen. Für die nächsten fünf Jahre finanziert Merk nun nicht nur Dittelbachs Stelle, sondern stellt auch Mittel für eine Hilfsassistenzstelle sowie für internationale Tagungen zur Verfügung. Den genauen Betrag kann Gramaccini auf Merks Wunsch nicht nennen, er bewege sich aber in der Grössenordnung von einer Million Franken.

«Das ist ein Knüller», sagt Gramaccini nach Vertragsabschluss. Er habe noch nie erlebt, dass ein Mäzen so spontan ein Projekt finanziere. Auch Unirektor Urs Würgler freut sich, dass es noch «Mäzene alten Stils» gibt. Ohne sie hätten Spezialgebiete kaum Chancen, zusätzliche Gelder zu bekommen. (rw) (Der Bund)

Erstellt: 09.02.2010, 08:36 Uhr

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