Deisswil unter Schock
Aktualisiert am 08.04.2010 13 Kommentare
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Aderlass bei der bernischen Wirtschaft
Mit der Schliessung der Kartonfabrik Deisswil geht der Aderlass in der bernischen Wirtschaft weiter. Erst vor wenigen Monaten musste mit der Wifag ein anderes bernisches Traditionsunternehmen zwar nicht schliessen, aber massiv Stellen abbauen.
Insgesamt 300 der rund 600 Stellen werden bei der Wifag gestrichen, wie das Unternehmen Mitte Oktober 2009 bekannt gab.
Mitte März kündigte der Konzern Allianz Suisse an, 320 Stellen aus Bern abzuziehen und nach Wallisellen (ZH) zu zügeln. Der Umzug soll immerhin ohne Entlassungen über die Bühne gehen.
Hess ist Gemeindepräsident der Gemeinde Stettlen, zu der auch das Dorf Deisswil gehört.
«Ich wurde am Donnerstag kurz vor Mittag vom Rechtsvertreter der Mayr-Melnhof über den Entscheid informiert», sagte Hess auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Auch der Direktor der Kartonfabrik sei erst am Donnerstag vormittag über die Schliessung ins Bild gesetzt worden.
Für die Region sei der Entscheid eine Tragödie, sagte Hess. Die allermeisten Fabrikarbeiter stammten aus der Region, «und man weiss, dass es in der Gegend nicht beliebig viele andere Arbeitsplätze gibt».
Die Karton Deisswil habe zudem für die Gegend einen sehr hohen Identifikationswert. Die Fassade der rauchenden Fabrik stehe ja sogar unter Denkmalschutz, und jedem Kind sei der Ort schon von der Altpapiersammlung her vertraut.
Weitaus wichtigster juristische Steuerzahler
«Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mehr als 250 Leute von heute auf morgen auf die Strasse gestellt werden», sagte Hess. Der Entscheid der Österreicher sei aber unumstösslich, dessen habe er sich im Gespräch mit dem Rechtsvertreter versichert. Individuelle Schicksale
Schockierend sei auch, dass der Schliessungsentscheid sofort umgesetzt werde. Das bedeute konkret, dass der Drittel der Belegschaft, der zurzeit nicht in Betriebsferien sei und sich um Wartungsarbeiten gekümmert habe, offenbar ab sofort nicht mehr zur Arbeit antreten müsse.
«Das Schicksal der Menschen steht für uns nun im Vordergrund», betonte Hess. Mittelfristig werde sich die Schliessung aber auch auf die Gemeinde Stettlen auswirken. Denn die Karton Fabrik sei der grösste Arbeiter der Gemeinde gewesen und auch der weitaus wichtigste juristische Steuerzahler. (bs/sda)
Erstellt: 08.04.2010, 16:01 Uhr
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13 Kommentare
Echt gute Ausreden der "oberen" Herren. Erst die Gewinne ab 1990 mit den alten Maschinen einsacken. Überhöhte Dienstleistungs-Rechnungen stellen. Gehälter über die steuergünstige Schweiz beziehen. Dann die Ausrede des Standortes und Sanierungsbedarfs, obwohl der bereits 1990 bekannt war. Einmal mehr das fiese Spiel der sog. "Manager." Und welche Partei wählen die Arbeiter 2011??? Antworten
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