Das sind Berns 26 Nationalrätinnen und Nationalräte

Die Berner Vertreter und Vertreterinnen im Nationalrat sind bekannt. Die FDP stürzt ab und verliert zwei ihrer vier Sitze, Mandate büssen auch SVP, CVP und EDU ein.

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Wer der Bürgerlich-Demokratischen Partei die baldige Erosion prophezeit hatte, sah sich gestern getäuscht. Die BDP erreichte in ihrer ersten Nationalratswahl im Kanton Bern einen stolzen Wähleranteil von 14,9 Prozent. Sie konnte damit das Resultat der Grossratswahlen 2010 (16 Prozent) zwar nicht ganz egalisieren, hat aber ihre Position in der Berner Parteienlandschaft eindrücklich behauptet.

Einen bemerkenswerten Einstieg schafften in der gestrigen Wahl auch die Grünliberalen, die auf Anhieb einen Wähleranteil von 5,3 Prozent erreichten. Alle anderen Parteien aber mussten – mehr oder weniger – Federn lassen.

SVP bleibt stärkste Partei

Die SVP war vor vier Jahren noch von mehr als jedem dritten Berner Wähler unterstützt worden, sie eroberte damals einen Wähleranteil von 33,6 Prozent und – mit Proporzglück – zehn Mandate. 2008 traten Hans Grunder und Ursula Haller zur BDP über, der SVP blieben acht Sitze. Bei der gestrigen Wahl nun erreichte die SVP noch einen Anteil von 29,0 Prozent, der Verlust von 4,6 Prozentpunkten Wähleranteil aber wiegt angesichts der BDP-Abspaltung nicht allzu schwer, die SVP konnte ihre acht Sitze halten.

Gewählt wurden die Bisherigen Andreas Aebi, Erich von Siebenthal, Rudolf Joder, Hansruedi Wandfluh und Andrea Geissbühler sowie als Neue das Team, das gemeinsam Wahlkampf betrieben hatte: Albert Rösti und Nadja Pieren. Ebenfalls gewählt wurde, mit dem besten Resultat Adrian Amstutz: Wird er im zweiten Wahlgang in den Ständerat gewählt, wird der Landwirt Werner Salzmann aus Mülchi nachrücken können. Abgewählt wurden der Bernjurassier Jean-Pierre Graber und der umtriebige Stadtberner Thomas Fuchs.

SP hält sich knapp

Verluste von 1,9 Prozentpunkten musste gestern die SP verkraften, die erstmals seit Jahrzehnten unter die 20-Prozent-Marke rutschte, aber (dank der Listenverbindung mit den Grünen) ihre sechs Mandate halten konnte. Wiedergewählt wurden auf der Frauenliste Ursula Wyss, Evi Allemann und Margret Kiener Nellen. Auf der Männerliste schafften es die Bisherigen Hans Stöckli und Corrado Pardini, neu gewählt wurde über­raschend der ehemalige TV-Moderator Matthias Aebischer. Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät reichte es nur für den ersten Ersatzplatz.

Erfolgsstory BDP

Die BDP holte mit ihren 14,9 Prozent Wähleranteil vier Nationalratssitze: Neben den Bisherigen Ursula Haller und Hans Grunder ziehen auch Alt-Regierungsrat Urs Gasche und Grossrat Lorenz Hess in den Nationalrat ein.

Dämpfer für die Grünen

Terrain eingebüsst haben gestern die Grünen Kanton Bern. Ihr Wähleranteil sank um 3,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent – sie konnten aber ihre drei Sitze halten. Wiedergewählt wurden die Bisherigen Franziska Teuscher und Alec von Graffenried, neu schaffte die Berner Gemein­derätin Regula Rytz die Wahl ins eidgenössische Parlament.

Der Absturz der FDP

Sehr bitter war der Abend für die FDP: Ihr Wähleranteil stürzte von 15,1 auf 8,7 Prozent. Die FDP verlor zwei ihrer vier Sitze. Christian Wasserfallen und Christa Markwalder konnten sich behaupten. Parteipräsident Peter Flück wurde abgewählt.

Die neuen Grünliberalen

Für die zweite Gewinnerpartei, die Grünliberalen, werden neu die Berner Stadträtin Kathrin Bertschy und der Frutiger Unternehmer Jürg Grossen Einsitz im Nationalrat nehmen.

EVP bleibt, Aus für CVP und EDU

Die Zeche für den Erfolg der neuen Mitte-Parteien zahlen auch die christlichen Kleinparteien, die alle an Wähleranteilen einbüssten. Die EVP konnte immerhin einen Anteil von 4,2 Prozent halten – und mit der bisherigen Nationalrätin Marianne Streiff auch ihren einzigen Nationalratssitz verteidigen. CVP und EDU aber verloren ihre Mandate, die Bisherigen Norbert Hochreutener und Andreas Brönnimann wurden abgewählt.

Chancenlose Aussenseiter

Nicht in Szene setzen konnten sich gestern die vielen Kleinparteien. Der nach der Wahlzettelaffäre aus der SP ausgetretene Rica rdo Lumengo verlor seinen Nationalratssitz, seine Sozial-Liberale Bewegung (SLB) kam nur auf 0,3 Prozent. Die Schweizer Demokraten ver­loren 0,9 Prozentpunkte Wähleranteil, es bleiben ihnen 0,6 Prozent. Und keine andere Kleinstpartei, weder die Piraten noch die Tierpartei noch Jimy Hofers Liste, vermochte die 1-Prozent-Marke zu überspringen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 50,35 Prozent. (Der Bund)

Erstellt: 23.10.2011, 23:28 Uhr

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