Das neue Tramdepot bietet Platz für 28 Trams

Nach rund anderthalb Jahren Bauzeit ist das neue, fast 100 Millionen Franken teure Tramdepot von Bernmobil im Nordquartier eröffnet worden. Das Tramdepot Papillon ersetzt das Depot Burgernziel.

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Auf den ersten Blick überrascht der Name Papillon – Schmetterling – für das neue Tramdepot an der Bolligenstrasse, das am Montag offiziell eingeweiht wurde. Denn die neue Grossgarage für Trams im Berner Nordquartier ist mit einer Länge von rund 200 und einer Breite von knapp 70 Metern ein ausgesprochen umfangreiches Gebäude.

Innen wirkt das Depot allerdings tatsächlich erstaunlich hell und leicht. Dies vor allem deshalb, weil der Architekt Christian Penzel einzig in der Mitte der Halle die riesige Decke mit Stahlpfeilern abstützen liess. So war es durchaus passend, dass die Künstler des Theaters Rigolo zur Eröffnung auf Stelzen als Schmetterlinge durch die Halle flanierten und mit Holzstangen ein atemberaubend fragiles Riesenmobile bauten.

So gross wie zwei Fussballfelder

Ein Tramdepot ist aber natürlich ein Zweckbau, und die Verwendung von nur wenigen Stahlträgern ermöglicht es vor allem, die sieben Gleise, auf denen 28 Trams parkiert werden können, auf kleinerem Raum anzuordnen. Auch so nimmt es immer noch die Fläche von zwei Fussballfeldern ein. Der Name Papillon deutet zudem an, dass sich das Depot noch weiter entpuppen kann: Klar ist bereits, dass seitlich angebaut wird, falls die 10er-Linie wie geplant auf Trambetrieb umgestellt wird.

Das Depot sei viel mehr als bloss eine Abstellhalle für Trams, betonte gestern Bernmobil-Direktor René Schmied. In der Tat ist es auch eine Reparaturwerkstätte und enthält eine vollautomatische Tramwaschanlage. Für diese wird übrigens Regenwasser verwendet, das auf dem Dach gesammelt wird. Dort hat Energie Wasser Bern (EWB) zudem eine Solaranlage installiert, die Strom für rund 60 Haushalte liefern wird. Die Ein- und Ausfahrt wird mit automatisierten Signalen gesteuert.

Verdoppelung der Kosten

«Als aussenstehende Betrachterinnen und Betrachter haben Sie sich vielleicht gefragt, ob Bernmobil beim Bau mit einer zu grossen Kelle angerichtet hat», sagte Schmied – eine Frage, die er natürlich verneinte. Gegenüber der ersten Kostenangabe aus dem Jahr 2007 von 40 bis 50 Millionen Franken haben sich die Kosten indes verdoppelt. Schmied rechnete gestern mit einem Betrag von 93 Millionen. Eine Reserve von zusätzlichen 5 Millionen werde «mit hoher Wahrscheinlichkeit» nicht angetastet. Die erste Zahl sei eine Grobschätzung bloss für das Gebäude gewesen, sagte Schmied. Es sei «ungeschickt» gewesen, sie öffentlich bekannt zu geben. Den Löwenanteil der Kosten übernehmen Bernmobil und der Kanton, kleinere Beiträge liefern Bund und Stadt.

In Betrieb nehmen wird Bernmobil das neue Depot nach einer umfangreichen Testserie ab Ende Oktober, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember soll es voll benützt werden. Zuvor beherbergt es seit heute passenderweise einen Teil von Suissetraffic, der Messe für den öffentlichen Verkehr (siehe Text rechts). Mit der Inbetriebnahme des neuen Depots an der Bolligenstrasse wird das Depot Burgernziel überflüssig. Beibehalten wird das Tramdepot am Eigerplatz.

100 Wohnungen im Burgernziel

«Das alte Depotareal Burgernziel wird damit für neue Nutzungen freigespielt», sagte gestern die städtische Baudirektorin Regula Rytz (Grünes Bündnis). Dort sollen rund hundert neue Wohnungen und Raum für Dienstleistungsbetriebe geschaffen werden. Der Architekturwettbewerb wird in den kommenden Monaten stattfinden.

(Der Bund)

(Erstellt: 05.09.2011, 12:58 Uhr)

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