City-Beach will Uni-Terrasse beleben
Von Daniel Vonlanthen. Aktualisiert am 12.03.2010
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Nach Basel, Luzern, St. Gallen und Zürich möchte die Event-Firma City-Beach AG aus Hergiswil auch in der Bundesstadt einen sommerlichen Lustgarten mit Bademöglichkeit und Lounges errichten. Ein erstes Projekt im Freibad Marzili scheiterte im letzten Jahr an der Realisierbarkeit. Jetzt hat die Firma ein Projekt für die Einsteinterrasse auf der Grossen Schanze eingereicht. Die Terrasse beim Physikalischen Institut hoch über den Bahngleisen ist im Besitz des Kantons – die Kantonsbehörde hat das letzte Wort über die Nutzung ihres Bodens. Im übrigen Teil der Schanze sind die Eigentumsverhältnisse gemischt. Hauptaktionärin der Grossen Schanze AG ist die Stadt Bern.
Die Bedürfnisse der Universität hätten auf der Uni-Terrasse erste Priorität, teilte der Kanton der Berner Stadtbehörde im Februar in einem Brief mit. Einem Pilotversuch von City-Beach stand der Kanton wegen starker Einschränkung des Uni-Betriebs eher ablehnend gegenüber. Seither wird für das Projekt lobbyiert, so zum Beispiel im «Blick am Abend», der als Partner und Sponsor von City-Beach auftritt.
Egger mit Mails eingedeckt
Das letzte Wort ist offensichtlich noch nicht gesprochen. Sie sei in dieser Sache nicht die Entscheidbehörde, sagt Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer (sp) auf Anfrage. Ihr wird nämlich die Rolle der Spielverderberin zugeschrieben, jedenfalls nach Meinung des SVP-Grossrats Thomas Fuchs: «Die SP-Regierungsrätin Barbara Egger hat nun offenbar im Alleingang die nötige Bewilligung nicht erteilt, und das Projekt droht zu scheitern», heisst es in Fuchs’ Vorstoss, den er am Montag für die Fragestunde des Grossen Rats einreichen wird und gestern den Medien zuspielte. Er bittet den Regierungsrat um Beantwortung folgender Fragen: Weshalb wird dieses Projekt abgelehnt, obwohl es den Steuerzahler nichts kostet? Wer hat diesen Negativentscheid getroffen? Egger wurde gestern, Zufall oder nicht, mit einer Flut von bösen Mails eingedeckt, wie sie dem «Bund» sagte.
Doch bei der SP stösst der «Beach» auch auf Zustimmung: «Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Projekt zustande kommt», sagt David Stampfli, Mitglied der SP und der Quartierkommission Länggasse. Er war am runden Tisch vom Januar dabei, als die Beteiligten nach Lösungen zur Verbesserung der Sicherheit auf der Grossen Schanze suchten. Belebung sei besser als Videoüberwachung und zusätzliche Polizei, sagt Stampfli. Auch Berns Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie, Reto Nause (cvp), legt sich fürs Sommerprojekt ins Zeug: «Der City-Beach ist eine kostengünstige und effiziente Lösung zur Verbesserung der Sicherheit auf der Grossen Schanze.» Die Stadtbehörde habe aber nicht das letzte Wort.
Eine Eintrittsgebühr für den Park sei nicht vorgesehen, versicherte City-Beach-Geschäftsführer Michael Achermann. «Das Angebot ist gratis.» Rund 700 000 Personen haben laut Achermann die bisherigen fünf City-Beaches besucht – ohne nennenswerte Zwischenfälle. Und die Zusammenarbeit mit der lokalen Behörde habe immer vorbildlich funktioniert. Bis April bleibe noch Zeit für Verhandlungen, damit das Projekt im Juni gestartet werden könnte. Die Event-Firma hat ein Abfall-, Lärm- und Sicherheitskonzept vorgelegt. Der Sommerpark umfasst 80 Liegestühle, asiatische Gärten und Wasserfälle, Whirlpools und Volleyballfelder und soll von 11 bis 24 Uhr geöffnet sein. (Der Bund)
Erstellt: 12.03.2010, 07:30 Uhr
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