Boot auf Bielersee abtransportiert: Polizei erklärt sich

Von Timo Kollbrunner. Aktualisiert am 30.07.2010 35 Kommentare

Die Polizei lässt offen, ob sie einem bestimmten Verdacht nachgeht – der Bootsführer ist weiter flüchtig.

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Die Suche nach dem Führer des Motorbootes, der am 11. Juli auf dem Bielersee eine 24-jährige Frau überfahren und tödlich verletzt hat, war bisher nicht erfolgreich. Doch nun erhält die Hoffnung, der flüchtige Bootsführer könnte bald gefasst werden, neue Nahrung: Verschiedene Tageszeitungen berichteten gestern übereinstimmend von einem Polizeieinsatz auf dem Campingplatz Sutz am Bielersee. Am Dienstagnachmittag habe ein Abschleppkahn, flankiert von zwei Schiffen der Seepolizei, ein Boot von einem Privatgrundstück abgeholt. Typ und Farbe des Schiffes seien nicht zu erkennen gewesen, weil es mit einer Blache abgedeckt gewesen sei, schreibt die «Berner Zeitung». Gemäss «Blick» handelt es sich um ein 25-jähriges Motorboot der Marke Boesch.

Kantonspolizei-Sprecher Michael Fichter bestätigte gestern auf Anfrage, dass das betreffende Boot zur Untersuchung abtransportiert worden sei. Das Boot sei weggebracht worden, weil vor Ort die technischen Hilfsmittel für eine gründliche Untersuchung nicht vorhanden gewesen seien. Um Boote nach Spuren zu untersuchen, sei es zuweilen nötig, sie anzuheben. Fichter bestätigte auch, dass der Abtransport des Bootes im Rahmen der Ermittlungen zum Unfall vom 11. Juli geschehen sei. Zur Frage, ob die Polizei auch weitere Boote abtransportiert hat, wollte sich Fichter ebenso wenig äussern wie dazu, ob man mehreren Verdächtigen nachgehe oder ob sich die Ermittlungen auf das eine, abgeschleppte Boot konzentrierten. «Wir kommentieren einzelne Schritte der Ermittlungen nach wie vor nicht, weil solche Informationen die Untersuchungen gefährden könnten.»

Polizei bedauert Spekulationen

Angesprochen auf die sehr zurückhaltende Informationspolitik der Polizei, sagte Fichter, es sei der Polizei «durchaus ein Anliegen, Verständnis zu schaffen», aber «nicht um den Preis, dass die Ermittlungen gefährdet werden». Er bedauere, dass im Zusammenhang mit dem Unfall derart viel spekuliert werde. Die Polizei könne diese Spekulationen jedoch auch mit einer aktiveren Informationspolitik nicht unterbinden: «Wenn wir beginnen, Hinweise zu kommentieren, befeuern wir nur Gerüchte.» Fichter wies darauf hin, dass man sich in einer Voruntersuchung befinde – und Voruntersuchungen seien geheim. Sobald die Kantonspolizei etwas zu berichten habe, werde sie sich an die Öffentlichkeit wenden. Das bedeute allerdings keineswegs, dass die Ermittlungen keine Fortschritte machten, solange man nicht informiere. Der Einsatz am Dienstag habe gezeigt, dass die Polizei aktiv sei.

Der Polizeisprecher sagte auch, es sei sehr zeitaufwendig, verdächtige Boote nach Spuren abzusuchen. Die Sonderkommission, die je nach den anstehenden Aufgaben mit unterschiedlichen Kontingenten aus der Regionalfahndung, der Kriminal- und der Seepolizei sowie weiteren Fachbereichen zusammengesetzt ist, sei nach wie vor im Einsatz und gehe den «mehreren Hundert» Hinweisen nach. (Der Bund)

Erstellt: 30.07.2010, 07:26 Uhr

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35 Kommentare

Peter Meyer

29.07.2010, 08:54 Uhr
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Es ist ganz klar: Jedes einzelne Boot in der Schweiz ist oder war registiert. Somit kann die Polizei, auch wenn der Aufwand gross ist, jedes einzelne Boot und seinen Verbleib kontrollieren und seine bisherigen Inhaber und Benützer unter die Lupe nehmen. Für die Polizei steht also immens viel auf dem Spiel: Sie muss den Täter finden, will sie das Vertrauen der Bevölkerung nicht vollends verlieren. Antworten


Roland Moser

29.07.2010, 09:07 Uhr
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Wenn nun jemand von Rang und Namen mit auf dem Boot war, ist ja klar, dass die Polizei die Weisung von der Politik hat, alles in die Länge zu ziehen und versanden zu lassen. Antworten



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