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Bern

Bis zehn Uhr darf man weiterhin Alkohol kaufen

Aktualisiert am 08.06.2011 1 Kommentar

Das nächtliche Alkohol-Verkaufsverbot im Kanton Bern wird nicht ausgedehnt. Mit 75 zu 67 Stimmen hat der Grosse Rat am Mittwoch einen entsprechenden Vorstoss von Andreas Blaser auch als Postulat abgelehnt.

«Jugendschutz Ja, aber nicht auf Kosten der KMU.» Eines der Argumente, die zur Ablehung des Alkohol-Verkaufsverbotes führten.<br /> (Archiv/Valérie Chételat)

«Jugendschutz Ja, aber nicht auf Kosten der KMU.» Eines der Argumente, die zur Ablehung des Alkohol-Verkaufsverbotes führten.
(Archiv/Valérie Chételat)

Blaser (SP/ Steffisburg) forderte ein Alkohol-Verkaufsverbot zwischen 21 Uhr abends und 7 Uhr morgens. Er verwies auf das Beispiel des Kantons Genf: Dort habe sich das seit 2005 geltende nächtliche Verkaufsverbot als wirksame Präventionsmassnahme erwiesen.

Sprecher von SVP, FDP und BDP hielten entgegen, das Verkaufsverbot löse das Problem nicht, schade aber dem Gewerbe. «Jugendschutz ja, aber nicht auf Kosten der KMU», mahnte etwa Moritz Müller (SVP/Bowil). Wichtiger seien regelmässige Kontrollen und Präventionsmassnahmen.

Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher trat dem Eindruck entgegen, heute sei Alkohol rund um die Uhr erhältlich. Vielmehr sei der Kauf im Kanton Bern im Prinzip nur bis 22 Uhr möglich.

Kein Total-Verbot bei Tankstellen

Chancenlos blieb das von Blaser ebenfalls verlangte generelle Verkaufsverbot in Garagen- und Tankstellenshops. Die Ratsmehrheit folgte mit 99 zu 47 Stimmen der Ansicht der Regierung, wonach diese Massnahme unverhältnismässig wäre.

Schliesslich deckten nur 8 Prozent der Jugendlichen mit regelmässigem Alkoholkonsum ihren Bedarf in Tankstellenshops, hielt die Regierung fest. Deshalb würde dieses Verbot vor allem andere Konsumenten treffen, die nebst diversen Waren auch Alkohol kaufen wollten.

(dam/sda)

Erstellt: 08.06.2011, 15:22 Uhr

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1 Kommentar

Hermann Meyer

09.06.2011, 10:52 Uhr
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Es gibt keine wirksame Alkoholprävention, die nicht der Alkoholindustrie schadet. Schadenrückgang heisst auch Konsumrückgang. Darum plädiert die Weltgesundheitsorganisation immer wieder, dass Alkoholprävention ohne die Industrie geplant werden müsse. Diese ist nur an ihrem Umsatz interessiert.
Gerade die bürgerlichen Parteien lehnen erfahrungsgemäss alle wirksamen Massnahmen ab.
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